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18.05.2004

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Firmenwagen: Wann Sie die Privatnutzung nicht versteuern

Stellt Ihnen Ihre GmbH & Co. KG einen Geschäftswagen zur privaten Mitbenutzung zur Verfügung, kann die KG alle Kosten absetzen. Ihre Freude über den Betriebsausgabenabzug wird aber wahrscheinlich getrübt durch die Steuerpflicht für die private Mitbenutzung des Autos (Ein-Prozent-Regel). Hier gibt es jedoch ein wenig bekanntes Steuerschlupfloch. Dieses Steuerschlupfloch betrifft Zweit- (und Dritt-) wagen, die eine Gesellschaft (z. B. eine GmbH & Co. KG) ihren Gesellschaftern zur Verfügung stellt. Denn eine Sonderregelung ermöglicht den vollen Betriebsausgabenabzug ohne Versteuerung eines geldwerten Vorteils.

Die amtliche Verfügung im Wortlaut: „Kann der Steuerpflichtige glaubhaft machen, dass die betrieblichen Kraftfahrzeuge durch Personen, die zur Privatsphäre des Steuerpflichtigen gehören, nicht genutzt werden, ist der pauschalen Nutzungswertermittlung aus allen vom Steuerpflichtigen privat mitgenutzten Kraftfahrzeugen das Fahrzeug mit dem höchsten Listenpreis zugrunde zu legen.“ (Fundstelle: BMF, 21.01.02, BStBl 02 I, 148) 

Beispiel: Der Geschäftsführer einer GmbH & Co. KG, der zugleich ihr Kommanditist ist, fährt einen Geschäftswagen (BMW 545i, Listenpreis 60 000 Euro). Dafür wird ihm monatlich ein Prozent des Listenpreises auf dem Kapitalkonto als „Eigenverbrauch“ belastet. Die Ehefrau des Gesellschafters besitzt ein eigenes Auto, Kinder haben die beiden nicht. Nun schafft die GmbH & Co. KG noch ein Cabrio an (BMW 330 CI, Listenpreis 45 000 Euro), das dem Geschäftsführer ebenfalls zur Verfügung gestellt wird. Eine betriebliche Notwendigkeit muss nicht nachgewiesen werden, sofern die betriebliche Nutzung mindestens 10 Prozent beträgt.

Die Folge: Die GmbH & Co. KG kann auch die Kosten dieses Autos voll als Betriebsausgaben ansetzen. Der Gesellschafter muss aufgrund der obigen Sonderregelung dafür keinen Eigenverbrauch verbuchen. Es bleibt bei der Ein-Prozent-Regel für den 545i als dem teureren Wagen.

Fazit: Ihre KG kann Ihnen einen Zweitwagen ohne geldwerten Vorteil, aber mit vollem Vorsteuer- und Betriebsausgabenabzug zur Verfügung stellen. Voraussetzung ist nur, dass Sie glaubhaft machen können, dass der Wagen nicht von Angehörigen oder Ihrem Lebensgefährten gefahren wird. Die obige amtliche Verfügung sichert Sie gegenüber dem Finanzamt ab.


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