/images/gmbhp-home-image1.jpg

Tipp-Datenbank

Ohne langes Lesen verständlich für Sie zusammengefasst

Tipps suchen...
Zum PDF Archiv

14.02.2006

Als PDF herunter laden

Auskunfteien: Muss der Jahresabschluss vorgelegt werden?

Ist Ihnen das auch schon passiert? Geschäftsführer werden derzeit vermehrt durch auf Wirtschaftsauskünfte spezialisierte Unternehmen aufgefordert, den Jahresabschluss vorzulegen. Dabei wird der Anschein erweckt, dieser sei beim Registergericht noch nicht offengelegt (O-Ton eines solchen Schreibens: „ … Sollten Sie Ihre Bilanz bereits beim Registergericht hinterlegt haben, was uns bisher nicht bekannt wurde, …“).

Was hat es damit auf sich? Richtig ist, dass Sie als Inhaber einer GmbH & Co KG verpflichtet sind, den Jahresabschluss zum Handelsregister einzureichen und im Bundesanzeiger bekanntzumachen. Für kleine Unternehmen gibt’s allerdings Erleichterungen: Sie müssen nur Bilanz und Anhang, keine GuV einreichen. Der Jahresüberschuss lässt sich aber dennoch aus dem Eigenkapital ablesen. Wenn Sie sich weigern: Kommen Sie der Offenlegungspflicht nicht nach, kann das Registergericht Sie auffordern, den Jahresabschluss innerhalb von sechs Wochen offen zu legen. Das Registergericht wird aber nicht automatisch tätig, sondern erst aufgrund eines Antrags eines Dritten.

Es drohen Bußgelder: Zugleich wird das Registergericht Ihnen, sollten Sie auf die Aufforderung nicht fristgerecht reagieren, ein Bußgeld zwischen 2.500 und 25.000 Euro androhen. Die Tatsache, dass Sie vorher keine finanziellen Sanktionen zu befürchten haben, ist wohl auch der Grund dafür, dass nach wie vor etwa jede zweite GmbH ihren Offenlegungspflichten nicht nachkommt.

Praxistipp: Andere Unternehmen, wie etwa eine Auskunftei, haben keinen unmittelbaren Anspruch auf Vorlage des Jahresabschlusses. Sie können lediglich beim Registergericht den Antrag auf Offenlegung stellen. Beachten Sie: Wenn Sie sich dazu entschließen, der anfragenden Wirtschaftsauskunftei den Jahresabschluss zu überlassen, um zu vermeiden, dass das Registergericht Sie zur Offenlegung auffordert, sind Sie damit aber natürlich noch nicht von Ihrer Offenlegungspflicht befreit. Das Registergericht kann Sie trotzdem zur Offenlegung auffordern.


zurück