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30.05.2006

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Setzen Sie jetzt mehr private Zinsen über die Firma ab

Private Schuldzinsen, die Sie geschickt auf ein Firmenkonto „umleiten“, können Sie steuerlich geltend machen - zwar nicht in unbegrenzter Höhe, aber jetzt zumindest in größerem Umfang, als bisher.

Mit dem Zwei-Konten-Modell können Sie private Schuldzinsen ` z. B. für einen Kredit für den Hausbau ` Schritt für Schritt in betriebliche verwandeln und auf diese Weise steuerlich geltend machen. Entnehmen Sie jedoch in einem Jahr mehr als den Gewinn, werden Ihre betrieblichen Zinsen gekürzt.

Erfreuliches Urteil: In früheren Jahren aufgebautes Eigenkapital erhöht Ihren Entnahmespielraum. Ihr Eigenkapital können Sie also stets in voller Höhe entnehmen. Und trotzdem Ihre vollen Zinsen geltend machen. Das hat das oberste Gericht kürzlich so entschieden und damit eine anders lautende Verwaltungsanweisung überholt. (Fundstelle: BFH, 21.09.05, X R 47/03, DStR 05, 2155/§ 4 Abs. 4a EStG)

Beispiel: Herr X hat in den neunziger Jahren in seiner GmbH & Co KG hohe Kapitalreserven aufgebaut (Eigenkapital 500.000 Euro). Im Jahr 2005 (Jahresgewinn 100.000 Euro) entnimmt er die vollen 500.000 Euro für einen privaten Hausbau. Er erreicht dies durch geschickte Umleitung von Einnahmen auf ein Guthaben-Konto. Auf dem Betriebsausgaben-Konto entstehen dadurch hohe Schulden und Zinsen.

Das Urteil sagt, dass die GmbH & Co KG diese Zinsen voll absetzen kann. Obwohl X das Fünffache des Jahresgewinns entnommen hat. Das ist in diesem Fall unschädlich, weil er so ein hohes Eigenkapital hatte. 

Das Gericht sagt aber auch: Schuldzinsen können nur abgesetzt werden, wenn sie durch Betriebsausgaben entstehen. Schuldzinsen sind nicht abzugsfähig, wenn ein Konto unmittelbar durch Entnahmen ins Minus rutscht. Man muss also schon clever mit zwei Konten (einem Einnahmen-Konto auf Haben-Basis und einem BetriebsausgabenKonto) arbeiten. Einfach plump „in die Kasse greifen“, bringt steuerlich also nichts.

Fazit: Normalerweise können Sie zwar steuerlich unschädlich nur den Jahresgewinn aus der Firma entnehmen. Sonst können Sie nicht mehr alle Zinsen absetzen. Aber: Nicht entnommene Kapitalreserven aus Vorjahren erhöhen die Entnahme-Obergrenze. Das Eigenkapital können Sie also stets ohne schädliche Folgen entnehmen. Achtung: Größere Entnahmen sollten Sie immer mit Ihrer Bank besprechen. Sonst riskieren Sie wegen eines Steuervorteils unter Umständen schlechte Basel-II-Noten und `rger mit Ihrer Bank.


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