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23.02.2007

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Worauf Sie jetzt bei der Anspar-AfA achten sollten

Wenn Ihr Eigenkapital unter 204.517 Euro liegt, können Sie für die geplante Anschaffung von Anlagevermögen bis zu 154.000 Euro Ansparabschreibung bilden. Das bringt Ihnen bei geschätzten 40 Prozent Steuersatz eine Steuerstundung von etwa 60.000 Euro. Das Schöne dabei: Die „geplante“ Investitionen muss nicht wirklich durchgeführt werden. Kommt es nicht zur Investition, muss man allerdings 6 Prozent Gewinnzuschlag pro Jahr versteuern. Das entspricht einer 6prozentigen Verzinsung.

Manche nutzen das zur einfachen Kreditbeschaffung: Indem Sie ständig größere Investitionen angeben, können Sie die Anspar-Rücklage nämlich auf Dauer in Ihrer Bilanz belassen. So haben Sie einen Dauerkredit vom Finanzamt. Und das ist in Zeiten schwieriger Kreditbeschaffung schon recht angenehm. Da nimmt man die 6 Prozent Verzinsung gerne in Kauf.

Das oberste Steuergericht schränkt die Sache jetzt allerdings ein: Wenn es nicht zur angeblich geplanten Investitionen kommt, kann man nicht gleich wieder für dasselbe Wirtschaftsgut eine neue Ansparabschreibung bilden. Und wenn doch, dann muss man wenigstens plausibel erklären, warum man zuerst nicht investiert hat, und es jetzt doch wieder will. (BFH, 06.09.06,  BFH/NV 2007, 319)

Der Fall lag so: Ein Unternehmer hatte alle zwei Jahre gesagt, er wolle einen neuen „Audi S 8“ (Listenpreis 100.100 Euro) kaufen und bildete davon 40 Prozent Anspar-Abschreibung. Nach zwei Jahren gab er an, er wolle ihn nun doch nicht kaufen, sondern erst wieder zwei Jahre später. Da spielten Finanzamt und Bundesfinanzhof nicht mit.

Besser wär's so gewesen: Der Unternehmer hätte also nach zwei Jahren vielleicht einen Laster als Investitionsgut angeben müssen, dann wiederum eine komplett neue Büroeinrichtung, als nächstes einen EDV-Anlage und dann wieder einen S-Klasse-Mercedes. Mit etwas mehr Kreativität lässt sich das Steuer-Stundungsmodell also problemlos weiterhin durchziehen.


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