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05.06.2008

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Strafanzeige wegen Bilanzaufstellung nach Juni?

Das Handelsgesetzbuch (§ 264 HGB) verlangt von Geschäftsführern kleiner GmbH & Co KGs (Faustregel: bis 8,03 Mio. Umsatz), den Jahresabschluss innerhalb von sechs Monaten nach dem Bilanzstichtag aufzustellen. Für den Jahresabschluss 2007 wäre also im Juni schon allerhöchste Eisenbahn.

Was passiert, wenn man diese Frist verpasst? Das passiert bisher hunderttausenden GmbH & Co KGs in Deutschland jedes Jahr. Im Normalfall: Nichts.

Ganz anders aber bei Überschuldung: Ergibt die nach Ablauf der Frist des § 264 HGB verspätet aufgestellte Bilanz eine Überschuldung und geht die GmbH & Co KG kurz davor oder danach pleite, wird die Staatsanwaltschaft mit großer Wahrscheinlichkeit wegen „Insolvenzverschleppung“ ermitteln (§ 177a HGB). Vor allem durch die  neue Publizitätspflicht im Unternehmensregister können diese Fälle auffällig werden.

Was können Sie dagegen tun? Falls Ihre GmbH & Co KG krank ist (d. h. Minuskapital und/oder Zahlungsschwierigkeiten hat), sollten Sie die Bilanz auf jeden Fall innerhalb von sechs Monaten aufstellen. Zusätzlich sollten Sie eine Fortführungsprognose erstellen und berechnen, warum sich zwar eine bilanzielle, aber keine echte Überschuldung ergibt. Probate Mittel zur Sanierung sind auch Rangrücktrittsvereinbarungen und Forderungsverzicht. Sprechen Sie im Fall der Fälle Ihren Steuerberater darauf an.

Fazit: Das Versäumen der 6-Monats-Frist im HGB ist in der Regel für gesunde GmbH & Co KGs folgenlos. Für kranke GmbH & Co KGs, die bald darauf pleite gehen, kann es allerdings zu massivem Ärger mit dem Staatsanwalt führen. Der Ehemann von Verona Pooth ist hierfür ein prominentes Beispiel.

 


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