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20.06.2008 – 17.05.2018

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Welche Ă`nderungen es 2008 bei den Reisekosten gibt

Bis 2007 gab es eine komplizierte Dreiteilung, wenn ein Arbeitnehmer außerhalb seiner Arbeitsstätte tätig wurde. Unterschieden wurden Dienstreisen, Einsatzwechseltätigkeiten und Fahrtätigkeiten. Das ist 2008 weggefallen. All das wird nun unter dem Begriff „Auswärtstätigkeit“ zusammengefasst (R 9.4 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 LStR). Außerdem ist die bisher geltende Dreimonatsfrist bei Dienstreisen weggefallen. Folgende Beispiele sollen ein paar praktische Folgen erläutern.

Beispiel 1: Arbeitnehmer Kasulzke wohnt in Prenzlau und ist bei einer Berliner Bank beschäftigt. Von Juni bis Oktober 2008 wird er vorübergehend in die Neustrelitzer Filiale abgeordnet. Ab November 2008 ist er wieder an seinem alten Arbeitsplatz in Berlin tätig. In den Monaten Juni bis Oktober 08 hat er die Filiale Neustrelitz an jeweils 20 Tagen aufgesucht (Entfernung Prenzlau-Neustrelitz 70 km). Kasulzke fährt mit seinem Privat-Pkw. Er verlässt seine Wohnung um 8 Uhr und kehrt um 18 Uhr zurück.

Das bedeutet: Juni bis Oktober 2008 liegt eine Auswärtstätigkeit vor (R 9.4 Abs. 1 LStR sowie R 9.4 Abs. 3 Satz 5 LStR). Kasulzke kann somit für diese 5 Monate 4.200 Euro Fahrtkosten als Werbungskosten geltend machen bzw. steuerfrei erhalten (100 Tage × 70 km × 2 × 0,30 Euro). Zudem kann er für die ersten 3 Monate 60 x 6 = 360 Euro Verpflegungsmehraufwand geltend machen bzw. steuerfrei erhalten. Denn - anders als bei den Fahrtkosten - gilt beim Verpflegungsmehraufwand die 3-Monatsgrenze immer noch. Wenigstens Juni bis Oktober muss sich Kasulzke nicht über die gekürzte Pendlerpauschale ärgern.

Beispiel 2: Xaver ist als Maurer bei einem Bauunternehmen auf ständig wechselnden Baustellen tätig. Das bedeutet: Xaver kann sämtliche Fahrten nach Reisekostengrundsätzen abrechnen. Das heißt: wahlweise Ansatz der tatsächlichen Aufwendungen oder aber pauschale Kilometersätze (30 Cent).

Beispiel 3: Meier fährt 2008 von Mai bis Oktober jeweils montags um 8 Uhr mit seinem Privatauto in den Betrieb (12 km), um Aufträge und Material mitzunehmen. Um 9 Uhr fährt er weiter, Mai bis Oktober stets zum gleichen Kunden. Nachmittags fährt er von diesem direkt zu seiner Wohnung. Rückkehr nach Hause jeweils um 16:30 Uhr. Dienstags bis freitags muss Meier nicht „zum Rapport“ in die Firma. Er bricht um 8 Uhr von seiner Wohnung auf zum Kunden, dessen Büro 19 km von Meiers Wohnung entfernt liegt. Nachmittags fährt er dienstags bis freitags genauso wie montags vom Kunden direkt nach Hause. Auch den Rest der Woche ist er um 16.30 Uhr daheim.

Das bedeutet: Da Meier die Firma jeden Montag aufsucht, hat er dort eine regelmäßige Arbeitsstätte. Sowohl die Fahrten vom Betrieb als auch die Fahrten von der Wohnung zum Kunden sind „Reisekosten im Rahmen einer
vorübergehenden Auswärtstätigkeit“. Schön für Meier: 30 Cent je gefahrenem (nicht bloß je Entfernungs-)Kilometer und Verpflegungspauschalen! Nur bei den Fahrten zur Firma Montag früh handelt es sich um Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Das heißt: Kein Ansatz wegen gekürzter Pendlerpauschale (Entfernung 12 km). Verpflegungsmehraufwendungen: Montags beginnt die Uhr erst um 9 Uhr mit Verlassen des Betriebs zu laufen und endet mit Erreichen der Wohnung um 16.30 Uhr. Das sind nur siebeneinhalb Stunden. Pech für Meier: Weniger als 8 Stunden, Pauschale = Null.

Besser sieht es für ihn den Rest der Woche aus: Hier beginnt die Uhr schon um 8 Uhr mit dem Abschieds-Bussi seiner Gattin zu laufen. Bis zur Rückkehr ins traute Heim um 16.30 Uhr sind es 8 ½ Stunden. Das heißt: Meier kann dienstags bis freitags täglich 6 Euro absetzen bzw. von der Firma steuerfrei bekommen.


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