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05.11.2008

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EXTRA: Finanzkrise: Wie konnte es dazu kommen und wie geht es weiter?

Wie kam es zu der jetzigen Finanzkrise?

Bei der Suche nach den langfristigen Ursachen ist man versucht, Osama bin Laden die Schuld in die Schuhe zu schieben. Denn nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 war die amerikanische Wirtschaft in einer Schockstarre und von einer Rezession bedroht.

Die amerikanische Notenbank hat damals Unmengen von billigem Geld in die Wirtschaft gepumpt, um eine Rezession zu verhindern. Diese hunderte Milliarden von überschüssigen Dollars hat die Finanzbranche genutzt, um weltweit Firmen auf Kredit einzukaufen und riskante Spekulationsgeschäfte abzuwickeln. Auch die Banken, die mit privaten Endverbrauchern zu tun hatten, wollten von dem billigen Geld profitieren und haben es teuer an amerikanische Häuslebauer verliehen, die eigentlich keinen Kredit für einen Hauskauf hätten bekommen dürfen. Diese leichtfertige Kreditvergabe in den letzten sieben Jahren hat zu einem Immobilienboom in Amerika geführt und zu ständig steigenden Hauspreisen. Das hat die Banken noch weiter motiviert, schlecht gesicherte Kredite zu vergeben. Denn das Risiko schien gering. Wenn jemand nicht mehr zahlen konnte, musste er halt das Haus verkaufen. Von dem „garantiert“ höheren Verkaufserlös konnte er dann auf jeden Fall den Kredit zurückführen - so dachte man zumindest. Anschließend haben die Banken diese schlecht besicherten Hypotheken zusammen mit anderen Kredit-Forderungen zu undurchschaubaren Paketen verpackt und als Wertpapiere weiter verkauft, so genannte ABS „Asset backed securities“. Leider konnten auch viele deutsche Bank-Manager diesen (kurzfristig) hochrentablen Papieren nicht widerstehen und haben viele Milliarden dort investiert. Und wenn man von einem 40-Milliarden-ABS-Wertpapierpaket „nur“ 10 Prozent abschreiben muss, sind das auch schon 4 Milliarden.

Als dann immer mehr Schuldner in Amerika ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten, fielen die in den Wertpapieren verpackten Kredite aus, und es kam zu der Kettenreaktion, unter der wir jetzt alle leiden.

Die kurzfristigen Auslöser der Finanzkrise sind im Sommer 2007 zu suchen. Damals brachen zwei milliardenschwere Hedgefonds der amerikanischen Investmentbank Bear Stearns zusammen. Hier wurde erstmals ganz drastisch klar, was passiert, wenn Kreditgeber in rückläufiger Konjunktur und bei sinkenden Immobilienpreisen plötzlich Ihr Geld zurück verlangen. Das Ganze wurde dann in Amerika zum Flächenbrand, weil immer weniger ärmere Hausbesitzer ihre Darlehen bedienen konnten. Somit wurde klar, dass in diesen verbrieften Kreditwertpapieren „ABS“ horrende Risiken schlummerten, die keiner erkannt hatte. Dies letztendlich führte zu einem Misstrauen der Banken untereinander. Was für eine funktionierende Finanzwirtschaft unverzichtbar ist, nämlich dass die eine Bank der anderen zutraut, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, war plötzlich nicht mehr der Fall. Die Banken liehen sich kein Geld mehr (s. Hypo Real Estate) und dies wiederum führte zu Zusammenbrüchen von Banken (z. B. Lehman Brothers) und zu dem Beinahe-Kollaps auf dem Finanzmarkt.

Droht jetzt eine neue Weltwirtschaftskrise? Natürlich drängen sich die Parallelen zu der Weltwirtschaftskrise von 1929 und Anfang der 30-er Jahre auf, die letztendlich Hitler an die Macht brachte. Allerdings hat man aus den damaligen Fehlern gelernt und wird diese nicht wiederholen. In den 30-er Jahren hatte die amerikanische Notenbank die Geldmenge massiv reduziert und damit der Wirtschaft die Liquidität entzogen. In Deutschland setzte die Reichsregierung unter Kanzler Brüning Anfang der 30-er Jahre eine rigorose Sparpolitik durch, die die Krise weiter verschärfte. Heute ist es genau umgekehrt: Die Notenbanken pumpen Milliarden in die Wirtschaft, um diese am Laufen zu erhalten. Zu einer Weltwirtschaftskrise wird es wohl eher nicht kommen.


Wird die Arbeitslosigkeit infolge der Finanzkrise wieder ansteigen?

Mit Sicherheit werden die direkt von der Krise betroffenen Banken und Versicherungen Mitarbeiter entlassen. Dass die Finanzkrise zu einer dauerhaften Abkühlung der Konjunktur führen wird, ist auf jeden Fall zu befürchten. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, dass die Milliarden-Rettungspakete Wirkung zeigen und das Vertrauen in den Finanzsektor wieder herstellen. Zum anderen ist der Ölpreis seit Juli 2008 um etwa die Hälfte gesunken und der Dollar steigt wieder an. Diese Effekte helfen der deutschen Wirtschaft, weil sie zu niedrigeren Kosten führen, die Chancen auf den Exportmärkten wieder steigern und über gesunkene Energiepreise auch der Privatverbraucher wieder mehr Geld zur Verfügung hat. Letztendlich darf man nicht vergessen, dass die deutsche Wirtschaft Anfang der 2000-er Jahre ohnehin massiv Arbeitsplätze abgebaut hat und insofern gar nicht so viele Reserven zum Einsparen überflüssiger Arbeitsplätze bestehen.


Worin sollten Sie jetzt Ihr Geld investieren?

In das eigene Haus? Selbstgenutzte Immobilien sind nicht sehr rentabel. Die ersparte Miete ist oft nur 3 Prozent von dem Geld, das in dem Haus steckt. Oftmals reicht das nicht einmal für einen Inflationsausgleich.

In Gold? Gold ist eine langfristig recht stabile Wertanlage. Allerdings unterlag auch der Goldpreis in letzter Zeit starken Schwankungen. Von Mitte Juli bis November fiel der Goldpreis von 960 Dollar je Feinunze auf 775 Dollar - das sind immerhin 19 Prozent minus in 3 1/2  Monaten. Investieren Sie also maximal 10 Prozent Ihres Vermögens in Gold.

Bargeld im Tresor? Das wäre sicherlich das Ungeschickteste, was man im Moment machen könnte. Die Inflation entwertet Ihr Geld sehr schnell. Außerdem sind gerade Banken mit hohen Spar- und Guthabeneinlagen besonders stabil. Das Fehlen solcher privaten Anleger war es, was die Hypo Real Estate in Schwierigkeiten gebracht hat. Ihr fehlte diese Refinanzierungsquelle und sie musste sich auf dem Kapitalmarkt refinanzieren, was ihr ohne staatliche Garantie nicht mehr möglich war. Wichtig für Sie: Legen Sie Ihr Geld nur bei „normalen“ inländischen Geschäftsbanken an, die dem Einlagensicherungsfonds angehören.


Sind Lebensversicherungen noch sicher?

Ähnlich wie der Einlagenfonds die Einlagen der Sparer schützt, so gibt es auch in der Lebensversicherungsbranche einen Sicherungsfonds, genannt „Protektor“. Dieser Fonds verfügt derzeit über etwa 400 Millionen Euro an liquiden Mitteln. Das ist freilich weniger als 0,1 Prozent der Verpflichtungen der Lebensversicherungsbranche gegenüber ihren Versicherten, die sich auf etwa 500 Mrd. Euro belaufen. Im sehr unwahrscheinlichen Fall der Insolvenz eines großen Lebensversicherers würde der „Protektor“ also nicht reichen. Die Bundesaufsicht darf dann die Ansprüche aller Versicherten um 5 Prozent kürzen. Dadurch würden immerhin 25 Mrd. frei. Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen ist das angelegte Geld in den getrennten Sondervermögen gesichert.


Wie sieht es mit Riester- und Rüruprenten aus?

Auch Riester- und Rüruprenten sind über die Einlagensicherungsfonds oder den Protektorfonds geschützt. Fondsgebundene Rürupversicherungen wiederum bieten den Anspruch auf einen getrennten Zugriff auf das Sondervermögen.


Sollten Sie jetzt wieder in Aktien investieren?

Was auf jeden Fall dafür spricht, ist der naherückende Termin der Abgeltungssteuer. Denn Papiere, die Sie
z. B. jetzt noch im November kaufen, können Sie schon ab November 2009 steuerfrei verkaufen. Das ist aber auch der einzige Punkt, der eindeutig(!) für einen Einstieg noch 2008 spricht. Ansonsten gilt: Es gibt an der Börse kein richtiges Timing. Studien beweisen immer wieder, dass die Mehrzahl der Anleger sich bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts vertut. Sie verkauft zu früh Aktien, die im Kurs gestiegen sind und behält schlechte Titel zu lange. Wer mit allen Mitteln versucht, sein Timing zu optimieren, macht noch mehr Fehler als jener Anleger, der seine Entscheidungen nicht nach der aktuellen Börsenlage ausrichtet. Wann Sie kaufen, ist also egal. Hauptsache, Sie haben das Geld übrig und bleiben langfristig (5 bis 10 Jahre) dabei. Wem es trotzdem zu riskant ist, jetzt einen größeren Einzelbetrag zu investieren, für den haben wir hier die Patentlösung:


Soll man am besten gleich große Beträge investieren?

Dafür spricht bei risikofreudigen Anlegern zumindest der drohende Starttermin für die Abgeltungssteuer.
Wer sich das allerdings im Moment nicht traut – wofür auch einiges spricht – geht lieber so vor: Einen größeren Betrag in 24 gleiche Einzelbeträge zerlegen und jeden Monat stur nach Schema  F genau diesen Teilbetrag in vorher festgelegte Investmentfonds investieren. Auf diese Art und Weise können Sie den so genannten Cost-Average-Effekt nutzen, denn falls die Kurse noch weiter fallen, bekommen Sie für Ihren festen Eurobetrag automatisch mehr Anteile, während Sie bei wieder steigenden Kursen weniger Anteile bekommen. Dadurch kaufen Sie automatisch wenig teure und viele billige Anteile. Das senkt Ihre durchschnittlichen Einstandskosten und reduziert das Risiko ganz enorm. Diese Strategie der Aufteilung in 24 gleiche Teilbeträge funktioniert eigentlich nur dann nicht, wenn die Kurse plötzlich wie am Lineal gezogen konstant ansteigen.

Welche Unternehmen trifft es neben den Banken am härtesten? Zum einen die Versicherungsgesellschaften, welche Monat für Monat hunderte Millionen an Prämieneingängen anlegen müssen und insofern auch viele Wertpapiere gekauft haben, die zuletzt stark gefallen sind. Allein die Allianz musste auf diese Art und Weise schon drei Milliarden abschreiben. Betroffen sind sehr stark auch die Automobil- und die Automobilzuliefererindustrie, die von der nachlassenden Nachfrage nach Autos getroffen werden und außerdem Luftverkehrsgesellschaften, weil bei einer schlechten Konjunktur weniger Geschäfts- und Urlaubsreisen stattfinden.

Die Baubranche fürchtet wiederum, dass die zur Rettung der Banken verwendeten Steuergelder später für öffentliche Aufträge fehlen könnten.


Welche Branchen sind krisensicher?

Krisensicher ist gar keine Branche. Allerdings sind Pharma- und Chemiekonzerne weiterhin optimistisch. Viele Chemie- und Pharmaunternehmen haben ihre Umsatz- und Gewinnprognosen sogar erhöht. Der Einzelhandel ist zwar im Moment noch nicht betroffen, aber das könnte sich ändern, wenn die Krise in ein paar Monaten zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen sollte.


Welche Branchen gewinnen sogar in dieser Krise?

Hier könnte man an die Rückversicherer denken. Denn die Erstversicherer haben mit dezimiertem Eigenkapital zu kämpfen und müssen sich deshalb in größerem Umfang rückversichern. Die Münchener und die Hannover Rück hoffen auf steigende Prämien. Die Geschäftsaussichten könnten sich noch verbessern, falls es den deutschen Rückversicherern gelingt, Teile des Geschäfts von dem in Bedrängnis geratenen US-Branchenriesen AIG zu übernehmen.

Kurzfristig sieht es allerdings auch in dieser Branche nicht so rosig aus: Denn auch die Rückversicherer haben – wie Banken und Versicherungen – Milliarden in Wertpapiere investiert und kämpfen mit dem derzeitigen Kursverfall.

 

Ist mein Geld bei einer ausländischen Bank sicher?

Ausländische Banken unterliegen den jeweiligen nationalen oder den europäischen Sicherungssystemen. Sicher sind häufig nur 20.000 oder 30.000 Euro. Deutsche Töchter ausländischer Banken (z. B. ING Diba) sind nicht nur zur gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherung bis 20.000 Euro pro Sparer verpflichtet. ING Diba ist z. B. auch freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken. Dadurch ist pro Anleger theoretisch die astronomische Summe von 1,23 Milliarden Euro abgesichert. Das ist ein grundlegender Unterschied zu z. B. der isländischen Bank Kaupthing. Diese ist als ausländische Bank - ohne deutsche Tochter - auf dem deutschen Markt direkt aufgetreten und ist deshalb nicht Mitglied im Einlagensicherungsfonds. Und so müssen deutsche Kaupthing-Kunden tatsächlich seit der Schließung der deutschen Kaupthing-Niederlassung um ihr Geld fürchten.

Kann ich darauf hoffen, dass ich bei einer Bankpleite meine Schulden nicht zurückzahlen muss? Keineswegs. Sollte es wirklich zu einer Bankpleite kommen – was nach den milliardenschweren Rettungspaketen kaum noch vorstellbar ist –, würden die Forderungen der Bank auf einen Insolvenzverwalter übergehen. Diesem würde man gerade bei Kunden mit schlechter Zahlungsmoral einen Vorwand liefern, Darlehen sofort zu kündigen und Zwangsmaßnahmen einzuleiten.


Wie wirkt sich die Krise auf „normale“ Unternehmen aus?

Glücklich sind die Unternehmer, die nicht Kunde einer Großbank, sondern bei den Sparkassen, Raiffeisen- und Volksbanken sind. Diese Banken sind – von wenigen Ausnahmen abgesehen – von der aktuellen Krise kaum betroffen. Im Gegenteil: Viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken berichten von einem großen Zustrom an Einlagen. Denn manche Anleger ziehen ihr Geld von den Großbanken ab und tragen es zu den mittelständisch geprägten Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Diese müssen das Geld ja irgendwo unterbringen – das fördert eher die Kreditvergabe an solide Mittelständler als sie zu bremsen.


Also muss niemand eine Kreditklemme fürchten?

So generell kann man keine Entwarnung geben. Das kommt zunächst darauf an, bei welcher Bank man Kunde ist (s. o.). Wenn das Eigenkapital dieser Bank in Mitleidenschaft gezogen wurde, beeinflusst das ganz massiv deren Fähigkeit, Kredite auszugeben. Eine Bank muss 8 Prozent der Kredite mit Eigenkapital unterlegen (Basel-II-Bewertung der Kredite mal außer acht gelasssen). Das bedeutet - anders ausgedrückt - dass ein Euro Eigenkapital für 12,50 Euro Kreditgewährung gut ist. Eine Bank, die eine Milliarde verloren hat, kann also 12,5 Milliarden weniger Kredit ausgeben. Übrigens: Hier setzt die Eigenkapitalhilfe des 400-Milliarden-Paketes der Bundesregierung an. Sie soll die Eigenkapitalausstattung der Banken verbessern und somit erst gar keine Kreditklemme aufkommen lassen. Problem: Die Eigenkapitalhilfe soll an die Begrenzung der Manager-Bezüge auf 500.000 Euro pro Jahr gekoppelt werden, womit Steinbrück auch Ernst machen möchte. Dies könnte die Bereitschaft der Bankmanager zur Inanspruchnahme dieser Hilfen bremsen, nach dem Motto: „Lieber beschränken wir unsere Kreditausreichungen als unser Gehalt“.

Dann muss man nach der Branche differenzieren. Die Bauindustrie finanziert sich z. B. stark über klassische Geschäftsbanken. Auch Handelsunternehmen finanzieren ihren Warenbestand auf Kredit. Die indirekten
Folgen: Wenn ein Unternehmen keinen Kredit mehr für Investitionsgüter bekommt, wird das in der Folge den Hersteller dieser Anlagegüter betreffen, auch wenn DER vielleicht problemlos Kredit bekommen könnte.

Wer mit knappen Krediten rechnet, wird nicht unbedingt notwendige Investitionen erst mal auf die lange Bank schieben.


Was kostet die Finanzkrise den deutschen Steuerzahler?

Die 400 Milliarden kosten den Steuerzahler erst einmal gar nichts. Denn man kann davon ausgehen, dass diese Bürgschaften nicht tatsächlich in Anspruch genommen werden, weil eben gerade wegen der Bürgschaften nun keine Bank mehr von der Pleite bedroht ist. Im Fall der Hypo Real Estate sind es z. B. knapp 27 Milliarden Euro für mögliche Kreditausfälle. Im Gegenzug musste die Real Estate allerdings Sicherheiten über 42 Milliarden abtreten. Wirklich verloren sind knapp 10 Milliarden Euro für die Rettung der inzwischen verkauften Mittelstandsbank IKB. Ebenso sind auch die ca. 350 Millionen Euro verloren, die an die KfW an die US-Pleitebank Lehman Brothers überwiesen hat.

Wer bezahlt das letztendlich? Sollte es tatsächlich zu Zahlungen aus den Bürgschaften kommen, trifft es den Steuerzahler. Wenn im öffentlichen Staatshaushalt Geld fehlt, kann das Kürzungen im Straßenbau, Universitäten oder Schulen bedeuten. Die Fehlspekulationen der Landesbanken müssen z. B. die Sparkassen zur Hälfte bezahlen. Das merken die Kommunen, denn denen gehören die Sparkassen. Höhere Kindergartengebühren können z. B. die Folge sein.   


Wann geht dem Staat das Geld aus?

Die Nettokreditaufnahme darf laut Grundgesetz die Höhe der Investitionen nicht übersteigen. Für 2009 stehen einer Kreditaufnahme von 10,5 Milliarden Euro Investitionen von 25,9 Milliarden gegenüber — da wäre also noch Luft. Zudem muss der Staat die Maastricht-Kriterien beachten (max. Gesamtverschuldung 60 Prozent und die Nettoneuverschuldung 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts). Diese Grenzwerte haben aber mehrere Euro-Länder – darunter auch Deutschland – schon mehrfach straflos überschritten.


Droht durch die Liquiditätsspritzen eine höhere Inflation?

Viele meinen, wenn die Notenbanken Geld ausgeben, würde das zu einer höheren Inflation führen. Allerdings kommt es bei der Inflation nur auf die umlaufende Geldmenge an (Bargeld, Einlagen auf Girokonten und Termineinlagen). Wenn diese stärker wächst als das Güterangebot, kommt es zu Inflation.

Das heißt also: Solange das von den Notenbanken zur Verfügung gestellte zusätzliche Zentralbankgeld von den Geschäftsbanken nicht für die Kreditvergabe genutzt wird, steigt die umlaufende Geldmenge nicht an und es besteht auch keine Inflationsgefahr. Wenn sich die Kreditvergabe der Banken wieder normalisiert hat, kann die Notenbank das Zentralbankgeld wieder aus dem Umlauf ziehen, indem sie den Banken Wertpapiere verkauft. Wertpapiere sind kein fungibles „Geld“ und erhöhen somit die Inflation nicht.


Werden jetzt Banker haftbar gemacht oder gar verhaftet?

Schlechtes Management allein ist nicht strafbar. Deshalb werden vermutlich die wenigsten Verantwortlichen bestraft werden. Bei aller Manager-Schelte darf man eines nicht vergessen: Einen Großteil der Verantwortung tragen Aktionäre, die Vorstände ermutigt haben, im Interesse kurzfristiger Renditen solch riskante Geschäfte einzugehen.

Nun sind einige Manager und Angestellte selbst zu Opfern der Krise geworden. Sie haben ihre Altersversorgung in eigenen Aktien verloren. Für Unverständnis sorgt hingegen die Meldung aus den USA, dass einige US-Banken nun 70 Milliarden Bonuszahlungen an Manager ausreichen wollen, die an dem Schlamassel mit schuld sind. Hier ist sicherlich das letzte Wort noch nicht gesprochen, da die betroffenen Banken wie z. B. Goldman Sachs und Citigroup andererseits von dem amerikanischen 700-Milliarden-Dollar Rettungspaket profitieren wollen.

Dass solch einer Gier nicht nur „der einfache Mann von der Straße“ verständnislos gegenübersteht, kann man nachvollziehen. Da geht auch einem Mittelständler die Galle hoch, dem wegen der Finanzkrise nun 100.000 Euro Überbrückungskredit verweigert werden.

Vielleicht kann man hier den Bundespräsidentschaftskandidaten der Linken, der als „Polizei-Kommissar von Deutschland“ Ackermann verhaften möchte, zu einem Übersee-Einsatz überreden, um jenseits des großen Teichs mal ein paar Handschellen klicken zu lassen.


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