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04.12.2008

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Neue Details zur Niedrigsteuer für GmbH & Co KGs

2008 sank der Körperschaftssteuersatz von 25 auf 15 Prozent. Um eine Flucht in die GmbH zu vermeiden, wird seit diesem Jahr auch GmbH & Co KGs eine niedrige Steuer angeboten - aber nur auf nicht entnommene Gewinne. Sie teilen also dem Finanzamt in Ihrer Steuererklärung 2008 mit, dass Sie einen bestimmten Betrag des Gewinns nicht entnehmen werden. Z. B. 100.000 Euro. Auf diesen Betrag zahlen Sie dann nur 28,25 Prozent
(= 28.250 Euro) Einkommenssteuer - plus Soli.

Erfreulich: Diese Steuerzahlung kann aus den 100.000 Euro entnommen werden. (Randziffer 24 des BMF-Schreibens vom 11.08.08)

Beispiel: Von den 100.000 Euro, die Sie zurücklegen wollten, bleiben nach Zahlung der darauf entfallenden Steuer (inkl. Soli) 70.196 Euro übrig. Dieser Betrag wird als so genannter „nachversteuerungspflichtiger Betrag“ vom Finanzamt gesondert festgestellt und Ihnen mitgeteilt. Das heißt: Falls Sie von diesen gut 70.196 Euro später doch etwas entnehmen, zahlen Sie auf die Entnahme noch einmal 25 Prozent Nachsteuer (also 17.549 Euro plus Soli). Das ist dann mehr, als wenn Sie es gleich zum Spitzensteuersatz versteuert hätten.

Gewerbsteuer: Die Gewerbsteuer ist seit 2008 keine abzugsfähige Betriebsausgabe mehr. Das heißt also, dass Sie den zur Zahlung der Gewerbesteuer notwendigen Gewinn erst einmal der regulären Einkommenssteuer unterwerfen müssen und den Rest dann für die Zahlung der Gewerbesteuer verwenden. Das sagt das BMF-Schreiben zwar nicht ausdrücklich, aber das ergibt sich aus der Abschaffung des Betriebsausgabenabzug für die Gewerbesteuer.

Das Ärgernis bei der Niedrigsteuer: Der Gesetzgeber hat sich eine heimtückische „Verwendungsreihenfolge“ ausgedacht, um Ihnen leichter die 25 Prozent Nachsteuer aus der Tasche zu ziehen. Diese Verwendungsreihenfolge bewirkt, dass Ihre alten Gewinne in der Gesellschaft praktisch eingesperrt werden. Wenn Sie also gleichzeitig Rücklagen haben aus alten, bereits voll versteuerten Gewinnen und neuen niedrig versteuerten Gewinnen, gilt zuerst der neue Gewinn als entnommen und löst damit die Nachsteuer in Höhe von 25 Prozent aus. Das kann man mit einem Wasserglas vergleichen, in dem unten Wasser (= alte Gewinnrücklagen) ist. Nun kommt neuer Gewinn in Form von Öl ins Glas. Wollen Sie nun das Wasser (alte Gewinne) ausschütten, müssen Sie gleichzeitig das Öl mit ausschütten. Die alten steuerfreien Gewinne werden also eingesperrt durch die neuen Gewinne. Eine unverständliche bürokratische Regelung.

Fazit: Die Niedrigsteuer für Personengesellschaften ist nur etwas für sehr wohlhabende, gut verdienende Firmen, die einen Teil der Gewinne auf Dauer stehen lassen können. Wer seine Gewinne in absehbarer Zeit braucht, lässt lieber die Finger von dieser Niedrigsteuer, zahlt die reguläre Steuer und hat dann völlig freie Hand.


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