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16.12.2008

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Wie Dienstwagennutzer noch rückwirkend Abgaben sparen

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Pendlerpauschale eröffnet die Möglichkeit, rückwirkend für das gesamte Jahr 2008 den geldwerten Vorteil für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bei Dienstwagennutzern teilweise zu pauschalieren.

Das lohnt sich bei sozialversicherungspflichtigen Mitarbeitern immer: Denn dann fallen Lohnsteuerabzug und Sozialversicherung auf den pauschalierten Betrag weg.

Beispiel: Ein Mitarbeiter hat einen Dienstwagen mit Listenpreis 40.000 Euro und wohnt 20 Kilometer (oder weiter) von der Firma entfernt. Er fuhr im Jahr 2008 220 mal in den Betrieb. (Falls er weiter weg als 20 Kilometer wohnt, unterstellen wir, dass ab dem 21. Kilometer bereits bisher die Pauschalierungsmöglichkeit genutzt wurde.) Hier geht es also nur um die Umwandlung der ersten 20 Kilometer, für die ja wegen der bisherigen Rechtslage die Pauschalierung bis dato nicht möglich war.

Geldwerter Vorteil bisher: 40 000 Euro x 20 km x 0,03 % = 240 Euro im Monat. Davon kann pauschaliert werden: 220 Tage x 20 km x 30 Cent = 1.320 Euro oder im Monat 110 Euro. Für 130 Euro bleibt es also bei der beitrags- und steuerpflichtigen Versteuerung, 110 Euro können umgewandelt werden. Unterstellt man bei diesem Mitarbeiter einen Steuersatz von 35 % und Sozialabgabensatz von 20 %, bekommt er durch diese nachträgliche Umwandlung mit der Dezember-Abrechnung 726 Euro netto steuerfrei heraus (1.320 Euro x 55 %).

Auch Sie als Arbeitgeber sparen ein wenig: Denn für Sie fällt der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung weg (ca. 20 bis 22 %), dafür kommt die Pauschalsteuer (15 Prozent + Soli) hinzu. Bei einer Umwandlung in Höhe von 1.320 Euro laut Beispiel bekommen Sie also 20 Prozent Sozialversicherung zurück und müssen im Gegenzug 15 Prozent + Soli Lohnsteuer zahlen. Keine gigantische Ersparnis, aber je nach Krankenkassensatz und Kirchensteuerpflicht sind es zwischen 50 und 80 Euro Erstattung für das gesamte Jahr. Also immerhin kein Draufzahlgeschäft.

Was sagt die Krankenkasse dazu? Die Kassen fürchten einige hundert Millionen an Beitragsrückerstattung. Deshalb verschicken einige Krankenkassen Rundschreiben, wonach die nachträgliche Pauschalierung unzulässig sei. Das ist jedoch Unfug, allenfalls die nachträgliche Pauschalierung für 2007 dürfte nicht mehr möglich sein. Unklar ist auch, ob man noch Anfang 2009 rückwirkend für 2008 pauschalieren kann. Denkbar wäre auch, dass der Gesetzgeber durch ein „Krankenkassenrettungsgesetz“ die nachträgliche Pauschalierung ab einem bestimmten Stichtag nicht mehr erlaubt. Grund genug also, schnell zu handeln. Denn wenn Sie noch in der Dezember-Abrechnung pauschalieren und das Ganze vor Silvester auszahlen, sind Sie auf der sicheren Seite.


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