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08.01.2009

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Über 8 Millionen Umsatz? Neues Gesetz bringt Entlastung

Ob eine GmbH oder GmbH & Co KG „klein“ oder „mittelgroß“ ist, spielt in zweierlei Hinsicht eine große Rolle. Erstens muss eine kleine Gesellschaft ihre Gewinn- und Verlustrechnung nicht im Unternehmensregister veröffentlichen. Zweitens braucht sie kein Wirtschaftsprüfer-Testat, welches zusätzliches Geld kostet. (§ 267 HGB)

Ein neues Gesetz soll hier etwas Entspannung bringen: Es handelt sich um das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG), das weit reichende Änderungen des Handesgesetzbuches vorsieht. Einziger Wermutstropfen: Das Inkrafttreten des Gesetzes wurde erstmal verschoben auf frühestens Mitte 2009 bzw. 2010. Die Anhebung der Schwellenwerte, die regeln, was als „klein“, „mittel“ und „groß“ gilt, soll also erst für das Bilanzjahr 2009 gelten.

Das sind die Grenzwerte für die kleine Gesellschaft:
Wirtschaftsjahr 2008 bzw. 08/09
     
Bilanzsumme   max 4,015 Mio. Euro 
Umsatz  max. 8,03 Mio. Euro 
Arbeitnehmer   <= 50   
Wirtschaftsjahr 2009 bzw. 09/10    
Bilanzsumme   max 4,84 Mio. Euro 
Umsatz  max. 9,68 Mio. Euro 
Arbeitnehmer   <= 50   

So lautet die Regel: Wenn Sie an zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen zwei dieser Merkmale überschreiten, rutschen Sie jeweils in die nächst höhere Klasse.

Beispiel: Die Meier GmbH und die Müller GmbH (beide: Wirtschaftsjahr = Kalenderjahr) beschäftigen jeweils 60 Mitarbeiter und haben 3 Millionen Bilanzsumme. Die Meier GmbH hatte 2007 bis 2009 immer je 8,5 Millionen Umsatz. Die Müller GmbH hatte 2007 8 Millionen, 2008 hatte sie 8,5 Millionen und 2009 sind es 9 Millionen.

Lösung Meier GmbH: Die Meier GmbH ist 2008 und 2009 eine „mittelgroße“ GmbH, denn sie hat zwei Merkmale an zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen überschritten, nämlich Mitarbeiter und Umsatz 2007 und 2008. Für 2008 gilt ja noch die alte Grenze. Das Unterschreiten der Grenze 2009 durch die Anhebung des Schwellenwerts nutzt der Meier GmbH für 2009 erst einmal nichts, denn man muss die Größenmerkmale dann auch wieder an zwei aufeinander folgenden Stichtagen unterschreiten. Ergebnis: Die Meier GmbH braucht einen Wirtschaftsprüfer und muss ihre GuV veröffentlichen.

Lösung Müller GmbH: Die Müller GmbH bleibt durchgehend „klein“. Sie liegt zwar bei den Mitarbeitern durchgehend im „mittelgroßen“ Bereich. Beim Umsatz ist es jedoch so: 2007 hat sie den alten Umsatz-Schwellenwert noch unterschritten. 2008 hat sie ihn überschritten, aber noch nicht „zwei Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Jahren“. 2009 ist dann wieder unkritisch, denn da liegt die Müller GmbH ja beim Umsatz unter dem neuen Grenzwert. Die Müller GmbH bleibt also „klein“.


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