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19.05.2009

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Was eine simple Buchung in der KG bewirken kann

Die Buchhalter von GmbH & Co KGs sind sich oft gar nicht im Klaren darüber, welche Macht sie in den Händen halten. Mit einer simplen Buchung können sie die potentielle Erbengemeinschaft beschenken oder enteignen. Der Hintergrund: Häufig enthalten Gesellschaftsverträge von GmbH & Co KGs sogenannte „qualifizierte Nachfolgeklauseln“. Darin wird geregelt, dass der KG-Anteil (der auch 100 % der GmbH & Co KG ausmachen kann) außerhalb der Erbengemeinschaft im Wege der Sondererbfolge auf einen bestimmten Unternehmensnachfolger übergeht.

Was gehört zum Kommanditanteil? Die (Eigen-)Kapitalkonten. Nicht aber Darlehen, die der Unternehmer in die KG gegeben hat. Die stehen der Erbengemeinschaft zu. Bucht der Buchhalter nun das Darlehen um von „Darlehen“ auf „Kapital“, gehört es nicht mehr der Erbengemeinschaft, sondern dem Unternehmensnachfolger.

Beispiel: Otto Meier sen. ist 100 % Inhaber der Meier GmbH & Co KG. Laut Nachfolgeklausel im Gesellschaftsvertrag ist Meiers Sohn alleiniger Nachfolger in die KG-Anteile. Erben laut Testament sind aber Ehefrau, Tochter und der Schwiegersohn (ein Studienrat, welcher Mitglied der Linkspartei ist). Meier senior hat eine Million als Darlehen in die KG gegeben. Diese Million würde in die Erbengemeinschaft fallen. Nun bucht der Buchhalter um: Eine Million Darlehen im Soll, Rücklagenkonto im Haben. Schwupp - gehört die Million zur KG und steht damit Meiers Sohn zu. Die Erbengemeinschaft inklusive Linkspartei-Studienrat kann den Unternehmer nicht mehr in die Knie zwingen, indem sie das Darlehen fällig stellt. Die Ansprüche der Erben in einem solchen Fall sollen hier offen bleiben.

Wichtig: Testament und Gesellschaftsvertrag müssen aufeinander abgestimmt sein. Und: Beachten Sie, dass Grundstücke im Sonderbetriebsvermögen sowie die Anteile der Komplementär-GmbH in die Erbengemeinschaft fallen, sofern Sie das nicht abweichend regeln.


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