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04.06.2010

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Rechnet Ihr Steuerberater mehr ab als die Mindestgebühr?

Sofern Ihr Steuerberater keine Honorarvereinbarung mit Ihnen trifft, muss er nach der Steuerberatergebührenverordnung abrechnen. Diese sieht jedoch meistens keine festen Sätze, sondern eine riesige Bandbreite vor.

Beispiel: Der Jahresabschluss einer GmbH mit einer Million Umsatz und einer halben Million Bilanzsumme darf zwischen 776 Euro (Mindestgebühr) und 3.106 Euro (Höchstgebühr) netto kosten. Bisher ging man davon aus, dass der Steuerberater stets ohne besondere Begründung die Mittelgebühr abrechnen darf. Das wäre im obigen Fall genau die Mitte zwischen beiden Werten, also 1.940 Euro plus MwSt.

Ein neues Urteil sagt jedoch: „Der Steuerberater trägt uneingeschränkt die Darlegungs- und Beweislast für die Billigkeit jeder die Mindestgebühr überschreitenden Gebührenbestimmung.“ Auf gut Deutsch: Will der Steuerberater mehr als die Mindestgebühr abrechnen, muss er das begründen können. Im konkreten Fall (Betriebsprüfung) konnte er das auch. Das Gericht hielt dort sogar die Höchstgebühr für angemesen. (LG Bielefeld, 23.12.09, 2-O-289/06, LX 1440862)

Unser Rat: Oft sind die Mindestgebühren ziemlich mickrig. Falls Sie mit Ihrem Steuerberater zufrieden sind, sollten Sie ihn jetzt keinesfalls unter Hinweis auf dieses Urteil unter Druck setzen. Falls Ihr Verhältnis zum Steuerberater jedoch ohnehin bereits angespannt ist, können Sie nun unter Umständen erhebliche nachträgliche Nachlässe erreichen.

Mittelfristig ist eine Reaktion der Steuerberater zu erwarten: Um auf der sicheren Seite zu sein, werden im Laufe der nächsten Monate vermutlich mehr und mehr Steuerberater individuelle Honorarvereinbarungen mit ihren Mandanten abschließen. Das ist auch deswegen gut, weil klare Vereinbarungen zu mehr Transparenz führen und Überraschungen vermeiden.

Bedenken Sie auch: Der billigste Steuerberater muss nicht automatisch der beste sein.


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