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23.12.2010

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Wenn Sie eine vermögensverwaltende GmbH & Co KG haben

Das deutsche Steuerrecht ist bekanntlich heimtückisch. Man begeht - nichts Böses ahnend - eine Torheit und bekommt Monate oder Jahre später vom Finanzamt die Quittung präsentiert.

Gefährlich leben vermögensverwaltende GmbH & Co. KGs:
Falls Ihre GmbH & Co KG gar keinen "echten” Gewerbebetrieb ausübt, sondern nur privates Vermögen verwaltet, hängt sie steuerlich “am seidenen Faden”. Wenn hier ein Fehler gemacht wird, kommt es zum Wegfall der steuerlichen Gewerblichkeit und zur Entnahme des Betriebsvermögens. Das kann im Ernstfall Hunderttausende kosten, wenn es zum Beispiel um Immobilien geht, die in der KG-Bilanz nur mit einem Bruchteil ihres echten Wertes zu Buche stehen.

Gefahr droht hier: Die Gewerblichkeit einer vermögensverwaltenden GmbH & Co. KG entfällt, wenn jemand anders als die Komplementär-GmbH die Geschäftsführung oder die persönliche Haftung übernimmt.

Beispiel: Herr Meier senior hatte früher einmal als Einzelkaufmann ein erfolgreiches Einzelhandelsunternehmen betrieben. Vor zehn Jahren hat er den Betrieb geschlossen. Um die Versteuerung der stillen Reserven zu vermeiden, hat er die Geschäftsimmobilie in eine GmbH & Co KG eingelegt, die ihm und seinem Sohn gehört. Da Herr Meier kürzer treten möchte, vereinbart er mit seinem Sohn Folgendes: “Die Geschäfte der KG führt ab sofort Herr Meier junior.” Durch diesen harmlosen Satz kommt es zum Wegfall der “gewerblichen Prägung” der GmbH & Co KG, wie es im Steuerfachjargon heißt. Folge: Die Immobilie muss zum Verkehrswert entnommen werden.

Entwarnung für “normale” GmbH & Co KGs: Falls Ihre GmbH & Co. KG ein normales Gewerbe betreibt, sind Sie hier nicht gefährdet. Betroffen sind nur Gesellschaften ohne aktives Gewerbe, die aus steuerlichen Gründen die Überführung des Betriebsvermögens in den Privatbereich vermeiden möchten.

Fazit: Vermögensverwaltende Gesellschaften müssen höllisch aufpassen, dass nicht durch unbedachte Vertragsgestaltungen die “gewerbliche Prägung” wegfällt. Gefährlich ist vor allem: 1. Übernahme der Geschäftsführung durch einen Kommanditisten oder 2. Übernahme der persönlichen Haftung durch eine weitere Person neben der Komplementär-GmbH.

Zur Klarstellung: Völlig unproblematisch, ja sogar gängige Praxis ist es, wenn ein Kommanditist Geschäftsführer der GmbH ist. Er muss aber dann auch ausdrücklich als solcher bestellt werden. Unterbleibt das und der Kommanditist führt die Geschäfte “einfach so”, ist Gefahr im Verzug.


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