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04.03.2011

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Weisen Sie 2010 mehr (steuerfreien) Gewinn aus

Auf Ihre 2010er-Bilanz ist erstmals zwingend das „Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz“ (BilMoG) anzuwenden (2009 war es noch freiwillig). Dieses Gesetz hat steuerlich kaum Auswirkungen, aber es hat Einfluss auf Ihren Bilanzgewinn, den Ihre Bank und das Unternehmensregister zu sehen bekommen.

Vorteil bei Entwicklungsaufwand: Bisher mussten Sie bei selbst entwickelten Produkten die Kosten stets sofort als Aufwand wegbuchen. Eine Bilanzierung von solchen selbst geschaffenen immateriellen Anlagegütern war bisher verboten. Nach BilMoG besteht ein Wahlrecht, derartige Positionen auszuweisen. Das gilt aber erst für Entwicklungen, die ab 2010 begonnen worden.

Erfreulich: In der Steuerbilanz bleibt das Aktivierungsverbot bestehen. Das heißt also: Entwicklungsaufwand etwa für Softwarepatente oder Produktneuentwicklungen muss steuerlich nach wie vor sofort als Aufwand weggebucht werden. Dadurch sinkt Ihr steuerpflichtiger Gewinn, während der Gewinn für die Bank in der Handelsbilanz steigt. Nebenfolge: Da ein Teil des in der Handelsbilanz gezeigten Gewinns irgendwann dem Finanzamt gehört, müssen Sie so genannte „passive latente Steuern“ ausweisen. Darunter ist quasi eine noch gar nicht festgesetzte, aber irgendwann entstehende Steuerschuld zu verstehen.

Beispiel: Die Lichschalter GmbH & Co KG hat drei Mitarbeiter seit Januar 2010 darauf angesetzt, einen Lichtschalter zu entwickeln, den man per Handy an- und ausschalten kann. Die Personalkosten betrugen 300.000 Euro. Der Gewinn 2010 laut Steuerbilanz beträgt null. In der Handelsbilanz aktiviert die GmbH & Co KG den Entwicklungsaufwand. Dadurch steigt der Gewinn auf 300.000 Euro. Durch den Ausweis der latenten Gewerbesteuer (fiktive Steuer, die später einmal zu zahlen ist) in Höhe von 12 Prozent = 36.000 Euro, bleiben zwar „nur“ 264.000 Euro übrig, aber das ist besser als ein Gewinn von Null. Wohlgemerkt: Die Lichtschalter GmbH & Co KG  zahlt auf diese 264.000 Euro keine Steuern! So geht es weiter: In den Folgejahren schreibt die GmbH & Co KG diese Position ab und reduziert auch die Position „latente Steuern“.

Fazit: Die Aktivierung von Entwicklungskosten erlaubt Ihnen eine optisch schönere Bilanz mit höherem Gewinn, ohne dass darauf Steuern anfallen.

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