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05.09.2011

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Wirtschaftsprüfer für Ihre GmbH & Co KG zu teuer - was sind die Folgen?

Wenn Ihre GmbH & Co KG mittelgroß oder groß ist (Faustregel: Umsatz über 9,68 Mio.) und nur die GmbH Komplementär ist, muss der Jahresabschluss geprüft werden. Das kostet Zeit und viel Geld (ca. 15.000 bis 25.000 Euro/Jahr). Manch einer überlegt sich, ob das wirklich nötig ist.

Kann man den Jahresabschluss ohne Prüfung feststellen?
Wird die Pflichtprüfung unterlassen, nützt die Feststellung durch die Gesellschafterversammlung nichts, denn diese hat gar nichts, was sie feststellen kann. Der ungeprüfte „Jahresabschluss“, ist gar keiner, sondern ist rechtlich nur eine Art Rechnungslegung der Geschäftsführung gegenüber der Gesellschafterversammlung - ähnlich einer BWA. Das sagt auch § 316 Abs. 1 Satz 2 HGB: „Hat keine Prüfung stattgefunden, so kann der Jahresabschluss nicht festgestellt werden.“ Stellt die Gesellschafterversammlung den Jahresabschluss trotzdem fest, kann das die unterlassene Prüfung nicht ersetzen. (§ 256 AktG analog; DStR 1991, S. 315)

Rechtsfolgen eines nichtigen Jahresabschlusses: Ohne Pflichtprüfung ist keine Feststellung möglich, damit ist auch keine Gewinnverteilung möglich. Wird ohne rechtswirksame Bilanz Gewinn verteilt, erfolgt das ohne Rechtsgrund. Damit kann die Gesellschafterversammlung diese erfolgten Ausschüttungen unbefristet wieder zurück fordern. Wer nun sagt: „Egal. Ich bin selbst der Hauptgesellschafter, wie käme ich dazu, von mir selbst den Gewinn zurück zu fordern?“, sollte an die Möglichkeit eines Gesellschafterwechsels oder einer Insolvenz denken. Die neuen Gesellschafter bzw. ein Insolvenzverwalter könnten dann Rückforderungsansprüche stellen.

Keine Entlastung der Geschäftsführer möglich: Die Geschäftsführer haben Anspruch auf Entlastung, wenn sie sämtliche Verpflichtungen erfüllt haben (§ 46 Nr. 5 GmbH-Gesetz). Wenn die Geschäftsführer die Pflichtprüfung unterlassen, haben sie keinen Anspruch auf die Entlastung. (DStR 92, 469)

Ordnungsgelder vom Bundesamt für Justiz: Sollte das Bundesamt für Justiz erfahren, dass Ihre GmbH & Co KG eine mittelgroße Gesellschaft ist, dann muss der Jahresabschluss aus fünf Bestandteilen bestehen: Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Lagebericht und WP-Testat. Falls Sie einen dieser Bestandteile nicht veröffentlichen, gilt der gesamte Jahresabschluss als „nicht veröffentlicht“, und Ihnen drohen jedes Jahr Ordnungsgelder in Höhe von bis zu 25.000 Euro, welche auch mehrfach festgesetzt werden können.

Fazit: Die Unterlassung einer Pflichtprüfung zieht einen solchen Rattenschwanz von Risiken nach sich, dass man keinem Kaufmann diese Unterlassung ernsthaft empfehlen kann.


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