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20.09.2011

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Welchen Sinn die verschiedenen Kapitalkonten in der KG haben

Ein Einzelunternehmer kommt mit einem einzigen Kapitalkonto aus - warum muss es in einer KG so kompliziert sein? Doch, die verschiedenen Kapitalkonten haben durchaus einen Sinn.

Immer zwingend erforderlich:

  • Festes Kapitalkonto: Dieses drückt die Beteiligungsverhältnisse aus. Auf diese Konten wird niemals etwas gebucht - außer es kommt zu einer Änderung der Beteiligungsverhältnisse. Wenn Gesellschafter Meier 10.000 Euro Kapitalkonto hat und Gesellschafter Moser 30.000 Euro, dann ist Meier mit 25 Prozent an der KG beteiligt und Moser mit 75 Prozent  - egal ob diese KG nun 40.000 Euro oder 40 Millionen besitzt.
  • Verrechnungskonto der Gesellschafter: Wenn der KG-Gewinn den Gesellschaftern sofort zusteht, wird er auf dieses Konto umgebucht und verwandelt sich automatisch in Fremdkapital. Auf dieses Konto wird also der Gewinn umgebucht und kann sofort entnommen werden. Genauso werden etwaige private Ausgaben über dieses Konto gebucht. Übrigens: Entnimmt der Kommanditist mehr als seinen Gewinnanteil, wechselt dieses Konto in der Bilanz seine Vorzeichen und wird zu „Forderungen gegen Kommanditisten“.


Bei Verlusten zwingend notwendig:

  • Verlustvortragskonto: Da ein Kommanditist (sofern er seine Einlage erbracht hat) nicht verpflichtet ist, Verluste aufzufüllen, wäre es falsch, Verluste von seinem Verrechnungsskonto wegzubuchen. Für den Verlust-Fall muss daher ein gesondertes Verlustvortragskonto eingerichtet werden. Künftige Gewinne werden dann erst einmal auf dieses Konto gebucht, bis es wieder auf null ist. Erst dann darf der Kommanditist wieder Entnahmen tätigen.


Optional möglich:

  • Rücklagenkonto: Wenn die Gesellschafterversammlung beschließt, Rücklagen zu bilden, wird daraus echtes Eigenkapital. Achtung: Das Rücklagenkonto ist immer „gesamthänderisch“. Das heißt: Es gehört nicht dem einen oder anderen Gesellschafter, sondern es gehört der KG. Dadurch gehört es zwar mittelbar den Gesellschaftern, aber es wäre Unsinn zu buchen „Rücklage Meyer“, „Rücklage Huber“ usw. Dann wäre es ja keine Rücklage der KG mehr, sondern Guthaben der Gesellschafter.
  • Darlehenskonto: Wenn ein Gesellschafter der KG langfristig Geld leiht, braucht man dafür ein Darlehenskonto (= Fremdkapital).


Bitte unbedingt vermeiden:

  • „Variables Kapitalkonto“ oder „Kapitalkonto II“: Da ist nie ganz klar, ob es ein Darlehenskonto oder ein Rücklagenkonto sein soll. Der Profi vermeidet solche „Wischiwaschi-Begriffe“.

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