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04.05.2012

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Diese Bilanztricks wenden Betriebsprüfer am liebsten an

Anlagevermögen: Hier wird behauptet, Sie hätten die Abschreibungsdauer zu kurz gewählt. Gegenstrategie: Erklären Sie, warum Sie in Ihrem Fall das betreffende Wirtschaftsgut kürzer genutzt haben, als es die amtlichen Abschreibungstabellen vorsehen (z. B. überdurchschnittliche Beanspruchung).

Reparaturen werden als Anlagevermögen erfasst: Der Betriebsprüfer behauptet, Ihre neuen Toiletten/Türen/Fenster usw. seien keine Reparatur gewesen, sondern Sie hätten etwas neu geschaffen. Gegenstrategie: Beweisen Sie, dass alles vorher schon da war und es sich damit um sofort abziehbare Erhaltungsaufwendungen handelt.

Problematik der Mietereinbauten missachtet: Ein Betrieb lässt in eine gepachtete Halle zehn neue Rolltore für insgesamt 20.000 Euro einbauen. Der Prüfer geht von einer Abschreibungsdauer von 17 Jahren aus, obwohl der Betrieb gar nicht Eigentümer der Halle ist. Gegenstrategie: Falls Sie in eine gemietete Halle oder ein gemietetes Gebäude investiert haben, schreiben Sie nicht auf die gewöhnliche Nutzungsdauer ab, sondern auf die Laufzeit des Mietvertrags. Wenn dieser nur noch fünf Jahre läuft, schreiben Sie eben auf fünf Jahre ab. Vergessen Sie auch eine etwaige Rückstellung für Rückbauverpflichtung nicht. Diese berücksichtigt den Aufwand, den Sie haben werden, um die gemietete Immobilie bei Mietende in den ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen.

Rohstoff- und Umlaufvermögen: Der Prüfer setzt unzulässige Zuschläge an. Dies passiert in aller Regel im letzten Jahr des Prüfungszeitraums. Der Prüfer nimmt hier nicht nur zulässige Zuschläge vor wie z. B. Fertigungsgemeinkosten und Materialgemeinkosten, sondern auch noch Zuschläge, bei denen allenfalls ein Wahlrecht besteht wie z. B. Verwaltungsgemeinkosten. Das müssen Sie sich nicht gefallen lassen. Tipp: Falls Sie auch im Jahr nach dem Prüfungsende Gewinn gemacht haben, könnten Sie dem Prüfer diesen Triumph lassen. Denn ein 100.000 Euro höherer Schlussbestand im letzten Prüfungsjahr bedeutet automatisch 100.000 Euro weniger Gewinn im Folgejahr. Die Steuerrückzahlung nach der Prüfung ist dem Prüfer egal, weil dieses Folgejahr nicht mehr zu seinem Prüfungszeitraum gehört.


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