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23.08.2012

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Was Sie bei "Stalking" am Arbeitsplatz tun können

Wenn Menschen andere Mitmenschen gegen deren Willen beobachten, massiv belästigen oder bedrohen, und das fortgesetzt über eine längere Zeit, dann sprechen Fachleute von „Stalking“. Stalking gibt es nicht nur im Privatleben durch beispielsweise krankhaft enttäuschte Verehrer. Es gibt Stalking auch am Arbeitsplatz, wie das Bundesarbeitsgericht kürzlich feststellen musste.

Kündigung wegen wiederholter Belästigung von Mitarbeiterinnen: Ein Mitarbeiter belästigte im Jahr 2007 eine Mitarbeiterin derart massiv, dass der Arbeitgeber ihn auffordern musste, den Kontakt zur ihr dienstlich und privat zu unterlassen, ansonsten würden arbeitsrechtliche Konsequenzen drohen. Im Jahr 2009 belästigte der Mitarbeiter erneut vehement eine andere Mitarbeiterin. Daraufhin kündigte der Arbeitgeber außerordentlich und fristlos. Die Arbeitsgerichte bis hin zum Bundesarbeitegericht mussten nun darüber entscheiden, ob diese Kündigung wirksam erteilt wurde.

Eine Abmahnung könnte ausnahmsweise entbehrlich sein.
Die Richter verwiesen den Fall zurück an die Vorinstanz. Sie stellten zwar fest, dass für die Kündigung wohl nicht auf die im Jahr 2007 erklärte Abmahnung zurückgegriffen werden könne. Aber es sei noch nicht ausreichend geklärt worden, ob eine Abmahnung nicht ausnahmsweise entbehrlich sein könnte. Die Privatsphäre von Kollegen zu achten, stelle nämlich eine vertragliche Neben-pflicht dar. Wenn diese Pflicht so schwerwiegend missachtet werde, wie in diesem Fall, könne eine Abmahnung entbehrlich und die Kündigung wirksam sein. (BAG, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11, Pressemitteilung Nr. 32/12)

Mein Tipp: Wie Sie sehen, ist es oft strittig, ob eine Abmahnung erforderlich ist oder nicht. Um auf Nummer sicher zu gehen, rate ich Ihnen deshalb, wenn möglich vor Ausspruch einer Kündigung eine Abmahnung auszusprechen.


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