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05.02.2013

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Warum negatives Eigenkapital einer GmbH & Co KG vom Gesetzgeber bestraft wird

Eigentlich steht das Eigenkapital in einer Bilanz rechts oben über dem Fremdkapital. Wird es aber negativ – durch Verluste oder Entnahmen –, wechselt es die Seite und ist plötzlich auf der Aktivseite links unten als „negatives Eigenkapital“. Das ist nicht nur hässlich, weil es im Unternehmensregister blöd aussieht und der KG schlechte Noten bei Wirtschaftsauskunfteien (z. B. Creditreform, Bürgel) eintragen kann, es hat auch steuer­liche Nachteile.

Der ominöse § 15a Einkommenssteuergesetz regelt nämlich: Ist das Eigenkapital eines Kommanditisten in einer KG negativ, kann dieser Gesellschafter den Verlust nicht in seiner persönlichen Steuererklärung unterbringen. Der Verlust wird lediglich „registriert“ und festgeschrieben, und man kann ihn mit späteren Gewinnen aus derselben KG verrechnen.

Warum ist das so? Ein Einzelunternehmer oder eine OHG können Verluste doch auch dann steuerlich geltend machen, wenn das Eigenkapital negativ ist – warum dann nicht ein Kommanditist einer KG?

Das hat mit der Haftung zu tun: Die Haftung des Kommanditisten ist begrenzt auf sein Eigenkapital. Wenn er dieses vollständig eingezahlt hat, treffen ihn darüber hinausgehende Verluste nicht, weil er handelsrechtlich nicht verpflichtet ist, diese auszugleichen (§ 171 HGB).

Deshalb dachte sich der Steuergesetzgeber: Wer für Verluste nicht gerade­stehen muss, der soll sie steuerlich auch nicht verwerten dürfen.

Historischer Rückblick: Früher war das einmal anders. In den 70er-Jahren feierte die Steuersparbranche fröhliche Urstände und kreierte zuhauf Verlustzuweisungsgesellschaften in der Rechtsform der KG. Obwohl sich die Gesellschafter nur mit minimalen Einlagen beteiligen mussten und ihre Haftung begrenzt war, wurden ihnen steuerlich wirksam hohe Verluste zugewiesen. Dies hat der Gesetzgeber Anfang der 80er-Jahre durch die Einführung des § 15a EStG beendet.

Was kann man gegen ein negatives Eigenkapital einer GmbH & Co KG tun? In einem übersichtlichen Infoblatt haben wir Ihnen sechs verschiedene Methoden aufgelistet, wie Ihre GmbH & Co KG das negative Eigenkapital verschwinden lassen kann. Kostenloser IZW-Leserservice: Dieses Infoblatt finden Sie hier.


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