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22.02.2013

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Was kosten Sie die Ski-Unfälle Ihrer Mitarbeiter?

2013 Ausgabe 3 - März 2013

Die Ski-Saison mit den obligatorischen Ski-Unfällen ist noch nicht beendet, da  sind schon die ersten Folge-Operationen von Meniskus und Schulter in vollem Gange. Was haben Ski-Unfälle mit Ihnen als Arbeitgeber zu tun? Nun, Sie könnten sich fragen, ob Sie bei erneuter Arbeitsunfähigkeit Ihrer Mitarbeiter wegen z. B. einer solchen Folge-Operation wieder das Entgelt fortzahlen müssen.

Aber alles der Reihe nach - die erste Arbeitsunfähigkeit:
Stellen Sie sich folgenden Fall vor: Bei einem Ski-Unfall bricht sich ein Arbeitnehmer das Schlüsselbein, er muss operiert werden. Er ist sieben Wochen lang arbeitsunfähig. In einer solchen Situation sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, maximal sechs Wochen den Lohn weiter zu zahlen. Anschließend bekommt Ihr Mitarbeiter für die restliche Zeit Krankengeld von seiner Krankenkasse.

Eine zweite fortgesetzte Arbeitsunfähigkeit innerhalb der nächsten sechs Monate: Spinnen wir das Beispiel weiter: Nachdem der Mitarbeiter wieder zwei Monate gearbeitet hat, muss er aufgrund anhaltender Beschwerden erneut am Schlüsselbein operiert werden und ist danach noch einmal fünf Wochen arbeitsunfähig krank. Hier handelt es sich um eine Fortsetzungserkrankung, weil die Krankheit medizinisch gesehen nicht vollständig ausgeheilt war. Die erneute Erkrankung und Operation war nur eine Fortsetzung des früheren Unfalls. Es gilt der Grundsatz, dass Fortsetzungserkrankungen keine erneute Entgeltfortzahlung für Sie als Arbeitgeber auslösen. Von diesem Grundsatz gibt es jedoch zwei Ausnahmen:

  • Die zweite Arbeitsunfähigkeit kommt erst nach sechs Monaten: Der Arbeitnehmer arbeitet nach seinem Ski-Unfall beispielsweise neun Monate lang, ohne in diesem Zeitraum wegen seiner Schlüsselbein-Beschwerden arbeitsunfähig gewesen zu sein. Im zehnten Monat wird er erneut am Schlüsselbein operiert und fällt weitere acht Wochen aus. Jetzt müssen Sie (leider) wieder volle sechs Wochen Lohn weiter zahlen, denn der Anspruch auf Entgeltfortzahlung entsteht wieder neu.
  • Seit der ersten Arbeitsunfähigkeit sind mehr als zwölf Monate vergangen: Wieder das Ski-Beispiel: Der Mitarbeiter war aufgrund eines  Ski-Unfalls zehn Monate arbeitsunfähig. Nachdem er wieder drei Monate gearbeitet hat, wird er erneut an der Schulter operiert. Sie müssen wieder sechs Wochen Lohn weiter zahlen, weil seit der ersten Erkrankung zwölf Monate verstrichen sind. Wichtig für Sie: Ist Ihr Mitarbeiter länger als zwölf Monate arbeitsunfähig, entsteht kein erneuter Entgeltfortzahlungsanspruch.

Tipp zur Beweislast: Wenn Sie von einer für Sie zunächst günstigeren Fortsetzungserkrankung ausgehen und der Arbeitnehmer bestreitet dies, so ist Ihr Mitarbeiter zu einer genaueren Darlegung seiner Krankheit verpflichtet. Das kann er dadurch tun, dass er seinen Arzt von seiner Schweigepflicht entbindet. Diese Entbindung betrifft nur die Frage nach der Fortsetzung, nicht aber die nach dem Krankheitsbefund selbst. Sollte es sich letztlich nicht klären lassen, ob eine Fortsetzungserkrankung vorliegt, geht das zu Lasten des Arbeitgebers. Bedenken Sie dies, bevor Sie deswegen einen Prozess anstreben.


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