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18.09.2013

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Thema „Überschuldung“ sollte man nicht unterschätzen

Wenn eine GmbH bzw. eine GmbH & Co KG überschuldet ist, muss man innerhalb von drei Wochen Insolvenzantrag stellen. Wer das nicht tut, macht sich strafbar (Insolvenzverschleppung, § 15a InsO) und haftet als Geschäftsführer privat für den aus der verspäteten Insolvenzanmeldung entstehenden Schaden.

2008 wurde der Überschuldungstatbestand entschärft: Überschuldung liegt nicht vor, „wenn die Fortführung des Unternehmens überwiegend wahrscheinlich ist“. (§ 19 InsO)

Achtung:
Nach herrschender Meinung muss die Fortführung mindestens für das laufende und das kommende Jahr wahrscheinlich sein. Wer sich also aufgrund knapper Liquidität nur noch zwei oder drei Monate retten kann, bei dem ist die Fortführung des Unternehmens eben nicht „überwiegend wahrscheinlich“.

Überschuldung kann nicht ohne Weiteres aus der Bilanz abgelesen werden: Viele gehen bei der Überschuldungsprüfung von Bilanzwerten aus, die aber oft zu hoch sind. Wenn die Fortführung nämlich nicht gewährleistet ist, ist von Zerschlagungswerten auszugehen, die viel niedriger sind.

Beispiel: Eine Maschine in Ihrer Produktion ist - so lange Ihre Firma gut läuft - mindestens das wert, was in der Bilanz steht. Wenn hingegen die Maschine bei einer Pleite verwertet werden muss, wird sie viel weniger bringen. Manche Unternehmer wollen die Überschuldung dadurch wegrechnen, indem sie einen Firmenwert oder Kundenstamm hinzurechnen. Dieser Wert ist bei Verlustbetrieben jedoch meistens gleich null.

Fazit: Wer trotz Überschuldung keinen Insolvenzantrag stellt, muss sehr detailliert begründen können, warum er von der Fortführung des Unternehmens mindestens bis zum Ende des Folgejahres ausging. Viele nehmen das auf die zu leichte Schulter und riskieren dadurch im Extremfall bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe und den Verlust ihres privaten Vermögens.


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