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18.06.2014

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So buchen Sie Ihre Bestandsveränderungen richtig

Die monatlichen Schwankungen in den Beständen an Rohstoffen oder bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen haben erheblichen Einfluss auf den richtigen Ausweis der Ertragslage. In der Praxis passiert jedoch ein häufiger Fehler, der aus der Verwechslung von Materialbeständen mit Beständen an fertigen/unfertigen Erzeugnissen (häufig abgekürzt  FE/UE) resultiert.

Veränderungen beim Materialbestand: Hier sind Erhöhungen des Bestands als Minderung des Materialeinsatzes zu berücksichtigen und umgekehrt.
Bei einer Erhöhung des Bestands buchen Sie also Konto 1000 im Soll und 5880 im Haben. (DATEV, SKR04)

Nicht verwechseln mit Bestandsveränderungen bei fertigen/unfertigen Erzeugnissen (FE/UE)! Diese haben nichts mit dem Materialeinsatz zu tun, sondern gehen in die „Gesamtleistung“ ein. Sie sind quasi „Umsatz in Wartestellung“. Man darf sie nicht direkt in den Umsatz buchen, wohl aber ganz in die Nähe dorthin, nämlich in die Erhöhung (bzw. Minderung) des Bestands an FE/UE. Beispiel: Ein Produktionsbetrieb hatte Ende September Fertig­erzeugnisse auf Lager im Herstellwert von 50.000 Euro und Ende Oktober im Wert von 70.000 Euro. Die Bestandserhöhung beträgt somit 20.000 Euro. Buchung: 20.000 Euro 1040 im Soll und 4800 im Haben.

Rechenbeispiel: Der Betrieb hatte im September 100.000 Euro Umsatz und einen Materialeinsatz von 30.000 Euro (wir unterstellen keine Bestandsveränderungen beim Material). Die Materialeinsatzquote beträgt somit 30 Prozent. Im Oktober betrug der Umsatz 70.000 Euro und es wurden zusätzlich fertige Erzeugnisse auf Lager gelegt im Wert von 20.000 Euro. Der Material­einsatz betrug wieder 30.000 Euro. Richtiger Ausweis 70.000 Euro Umsatz + 20.000 Euro Erhöhung des Bestandes an FE = 90.000 Euro Gesamtleistung. In Relation zum Wareneinsatz ergibt sich im Oktober eine Wareneinsatz­quote von 33 Prozent.

Wenn man es falsch bucht (wie viele), ergibt sich aber Folgendes: Umsatz 70.000 Euro, minus (fälschlich korrigierter) Materialeinsatz 10.000 Euro (30.000 minus 20.000) macht eine Materialeinsatzquote von nur noch 14,3 Prozent. Unterm Strich kommt zwar derselbe Gewinn heraus, aber da die wichtige Quote „Materialeinsatz“ von Monat zu Monat wie verrückt schwankt, ist die Aussagekraft der betriebswirtschaftlichen Auswertung massiv beeinträchtigt.

Fazit: Trennen Sie Bestandsveränderungen beim Material einerseits und bei fertigen/unfertigen Erzeugnissen andererseits sauber und verbuchen Sie sie  korrekt, damit die betriebswirtschaftliche Auswertung aussagekräftig bleibt.


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