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24.08.2016

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Aus der Redaktions-Hotline: Geld mit Prokon-Genussscheinen verloren

E-Mail von Andreas P. aus Willich an die Redaktions-Hotline: „Ich habe viel Geld mit Prokon-Genussscheinen verloren. Mein Finanzamt will den Verlust nicht anerkennen. Was soll ich tun?"

IZW antwortet:
Nach der Prokon-Pleite haben die Genussschein-Inhaber ihr Kapital wohl weitestgehend verloren. Die Finanzverwaltung erkennt Verluste aus Forderungsausfällen steuerlich nicht an. (BMF-Schreiben vom 09.10.12, BStBl. I 12, 953 Rz. 60)

Als geprellter Anleger sollten Sie dennoch Ihren Verlust in Höhe der Differenz zwischen Ihrem Anlagebetrag und einer eventuellen Teilrückzahlung durch den Insolvenzverwalter in Ihrer Steuererklärung geltend machen, und zwar als Verlust aus aktienähnlichen Genussrechten gemäß § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG (Zeile 10 in der Anlage KAP 2014).

Lehnt das Finanzamt ab, sollten Sie Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen unter Hinweis auf folgendes Urteil: BFH, 12.05.15, IX R 57/13. Danach ist auch die entschädigungslose Einziehung von Wertpapieren als Veräußerung i. S. des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG anzusehen.

Genereller Hinweis: Rendite und Risiko hängen untrennbar miteinander zusammen. Wenn ein Unternehmen in einer Niedrigzinsphase 8,75 Prozent Verzinsung anbieten muss, um Gelder einzusammeln, dann deutet das darauf hin, dass niemand diesem Unternehmen auf dem normalen Kapitalmarkt zu normalen Konditionen Geld leihen will. Und dann könnte man sich als Anleger die Frage stellen: „Warum wohl nicht …?“


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