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30.07.2004

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Wann und warum Sie die Prüfungspflicht ernst nehmen sollten

Wenn Ihre GmbH & Co. KG eine mittelgroße oder große Gesellschaft ist, müssen Sie den Jahresabschluss jedes prüfen lassen. Bei großen GmbH & Co. KGS muss dies ein Wirtschaftsprüfer tun, bei mittelgroßen GmbH & Co. KGs reicht auch ein vereidigter Buchprüfer, eine Art “Wirtschaftsprüfer light”.

Ihre GmbH & Co. KG ist prüfungspflichtig bei Überschreitung dieser Grenzen: Mehr als 3,438 Mio Euro Bilanzsumme, mehr als Umsatz 6,875 Mio Euro Bilanzsumme, mehr als 50 Arbeitnehmer (Rechtsgrundlage: § 267 HGB). Wenn Sie zwei dieser Grenzwerte an zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen überschreiten, müssen Sie Ihren Jahresabschluss prüfen lassen. (Rechtsgrundlage: §§ 264a, 316 HGB)

Manche GmbH & Co. KGs nahmen das bisher recht locker: Sie scheuten die hohen Kosten für den Wirtschaftsprüfer und ließen die vorgeschriebene Prüfung bleiben. Das hatte früher auch nur selten Folgen, weil die Prüfungspflicht bis 1999 nur von Gesellschaftern, Gläubigern oder dem Betriebsrat erzwungen werden konnte.

Das hat sich seit dem Jahr 2000 geändert: Das Registergericht kann eine prüfungspflichtige GmbH & Co. KG auf Antrag zur Nachholung der Pflichtprüfung zwingen. Diesen Antrag kann jetzt jeder stellen. Allerdings beträgt ein einzelnes Zwangsgeld bei unterlassener Pflichtprüfung maximal 5000 Euro, während das Ordnungsgeld bei unterlassener Offenlegung maximal 25 000 Euro betragen kann. (Rechtsgrundlage: § 335 HGB)

Die fehlende Prüfung hat aber weitere Folgen: Ohne Testat des Prüfers kann der Jahresabschluss von den Gesellschaftern nicht festgestellt werden. Damit hat der Abschluss nur Entwurfscharakter und ist beispielsweise als Kreditunterlage für eine Bank unbrauchbar. Die Bank kann Ihrer GmbH & Co. KG die Kredite kündigen. Außerdem kann ein nicht geprüfter Jahresabschluss nicht rechtsverbindlich festgestellt werden. Das heißt: Die Gesellschafter können auch noch nach Jahren Einwendungen gegen die Bilanzen erheben, weil eine Anfechtungsfrist nie zu laufen beginnt.

Nicht prüfungspflichtig sind: Kleine GmbH & Co. KGs (Grenzwert: s. o.) und solche, bei denen neben der GmbH eine natürliche Person Komplementär ist. (Rechtsgrundlage: § 264a HGB)

Fazit: Wenn Ihre GmbH & Co. KG mittelgroß oder groß (s. o.) ist, sollten Sie die Prüfungspflicht ernst nehmen. Tipp: Holen Sie mehrere Vergleichsangebote ein, denn Wirtschaftsprüfer-Honorare sind - anders als Steuerberater-Honorare - frei verhandelbar. Das Unterlassen der Prüfung kommt hingegen nur für Ein-Mann-GmbH & Co. KGs in Betracht, die keine Bankschulden haben. Und auch nur solange, als niemand beim Registergericht die Nachholung der Pflichtprüfung beantragt.


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