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04.10.2004

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Warum Sie Ihrer Firma in der Krise keine Darlehen gewähren sollten

Wenn eine GmbH & Co. KG in eine Schieflage gerät, ist den Gesellschaftern eine Darlehensgewährung oft sympathischer als die Zufuhr von Eigenkapital. Die Hoffnung der Gesellschafter: Falls es tatsächlich zur Insolvenz der GmbH & Co. KG kommen sollte, könnte man dann noch in letzter Minute das Darlehen abziehen und vor dem Zugriff der Gläubiger retten. Das ist jedoch weit gefehlt ...

Wer seiner kranken GmbH & Co. KG ein Darlehen gewährt, muss es im Insolvenzfall stehen lassen. Er darf sich sein Geld erst wieder holen, wenn alle anderen Gläubiger befriedigt sind. Wer sein Darlehen trotzdem vorher abzieht, haftet dafür persönlich. Darum wird sich im Ernstfall der Insolvenzverwalter oder gar der Staatsanwalt kümmern. (Rechtsgrundlage: § 32 a GmbHG, § 172a HGB   )

Ausnahme: Der Gesellschafter ist mit maximal zehn Prozent an der KG beteiligt. Dann ist auch im Krisenfall die Zuführung von Darlehen statt Eigenkapital erlaubt.

Steuerlicher Tipp: Im Krisenfall ist die Zuführung von Eigenkapital steuerlich günstiger. Denn zusätzliches Eigenkapital erhöht den Spielraum für die Verrechnung von KG-Verlusten mit anderen Einnahmen. (Rechtsgrundlage: § 15a EStG)

Beispiel: Herr Schneider ist Allein-Gesellschafter der Schneider GmbH & Co. KG. Die Firma ist fast pleite. Herrn Schneiders Kapitalkonto ist schon negativ. Er kann die Verluste der KG also nicht mit seinen anderen Einnahmen verrechnen. Er führt der KG 100 000 Euro Eigenkapital zu. Dadurch kann er KG-Verluste in Höhe von (weiteren) 100 000 Euro mit anderen privaten Einkünften (z. B. seiner Ehefrau) verrechnen und erhält so eine üppige Steuererstattung.

Fazit: Falls Ihre GmbH & Co. KG nicht kreditwürdig ist, sollten Sie ihr Eigenkapital statt Fremdkapital zuführen. Denn das ist steuerlich für Sie besser. Und rechtlich haben Sie nichts verloren, weil Krisendarlehen sowieso von Gesetzes wegen wie Eigenkapital eingestuft werden. Man darf sie - wie Eigenkapital - erst nach einer Gesundung wieder abziehen. (Rechtsgrundlage: § 32a GmbHG, §172a HGB)

Extra-Tipp: Prüfen Sie, ob Sie nicht auch gleich auf Darlehen verzichten, die Sie Ihrer KG früher einmal gewährt haben. Dabei haben Sie nichts zu verlieren. Denn falls Ihre GmbH & Co. KG endgültig pleite geht, ist das Geld ohnehin verloren. Erholt sich aber Ihre KG, können Sie auch Ihr Eigenkapital wieder zurückerhalten. Da gibt es keinen Unterschied zum Gesellschafter-Darlehen. Steuerlich fahren Sie durch den Darlehensverzicht jedoch besser, weil Ihr steuerliches Kapital nach oben schießt, das für die Geltendmachung von KG-Verlusten maßgeblich ist.


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