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14.10.2004

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Ist ein Excel-Fahrtenbuch nun doch zulässig?

Wenn Sie einen teuren Wagen fahren, müssen Sie für Ihre Privatfahrten aufgrund der pauschalen “Ein-Prozent-Regel” ganz schön bluten. Das gilt vor allem dann, wenn Sie ein gebrauchtes Luxus-Auto gekauft haben. So kostet z. B. ein zwei Jahre alter 7er-BMW oft nur noch die Hälfte, versteuern müssen Sie aber den vollen Neupreis.

Einziger Ausweg: Sie führen ein Fahrtenbuch. Wie das auszusehen hat, ist freilich nirgendwo gesetzlich geregelt. Es gibt zwar in den Lohnsteuerrichtlinien ein paar Hinweise, wie sich die Finanzämter ein Fahrtenbuch vorstellen. Diese Anweisungen sind aber nicht bindend. (Rechtsgrundlage: R 31 (9), Nr. 2 LStR)

Dürfen Sie ein Fahrtenbuch auch mit Excel führen? Dagegen wehren sich die Finanzämter mit Händen und Füßen. Schließlich könnten Excel-Listen mit einem Tastendruck nachträglich beliebig verändert werden.

Das oberste Steuergericht sieht das nicht so streng: Es hat zwar die Frage noch nicht endgültig entschieden, weil es sich zunächst nur um ein Vorverfahren handelte. Aber immerhin deutet der Bundesfinanzhof an, dass aus der jederzeitigen Veränderbarkeit eines Excel-Fahrtenbuch noch lange nicht folgt, dass das Fahrtenbuch deshalb nichts wert sei. Und selbst wenn ein Fahrtenbuch Mängel habe, sei auch noch nicht klar, ob das dann automatisch zur ungünstigen Ein-Prozent-Regelung führen müsse. (Rechtsgrundlage: BFH, 26.04.04, DStRE 04, 931) 

Das heißt für Sie: Beim Thema “Anforderungen an ein Fahrtenbuch” ist noch (fast) alles offen. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, sollten Sie dennoch die Spielregeln der Finanzverwaltung beachten. Wenn Sie jedoch bereits Streit mit dem Finanzamt haben, weil dieses Ihr Fahrtenbuch wegen formaler Mängel nicht anerkennen will, sollten Sie sich wehren.

Muster-Einspruch: “Hiermit lege ich gegen den XY-Steuerbescheid für das Jahr XX Einspruch ein. Begründung: Mein wahrheitsgemäßes Fahrtenbuch wurde nicht anerkannt, weil es angeblich den formalen Anforderungen nicht genügen soll. Wie ein Fahrtenbuch geführt werden muss, ist jedoch weder gesetzlich geregelt noch höchstrichterlich entschieden. Auch ist ungeklärt, welche Folgen es hat, wenn ein Fahrtenbuch Mängel aufweist. Ich verweise hierzu auf den Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 26.04.04 (Az: BFH VI B 43/04) und beantrage Ruhen des Verfahrens sowie Aussetzung der Vollziehung.”

Fazit: Die oben genannte Entscheidung lässt es durchaus denkbar erscheinen, dass ein Fahrtenbuch auch mit Excel geführt werden kann. Berufen Sie sich darauf, falls das Finanzamt Ihr Fahrtenbuch wegen angeblicher formeller Mängel verwerfen will.


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