/images/gmbhp-home-image1.jpg

IZW Tipp-Datenbank -

Ohne langes Lesen verständlich für Sie zusammengefasst.

Jetzt bis 31.01.21 kostenlos testen, denn als Abonnent haben Sie unbegrenzten Zugriff auf alle Tipps! Zur Leseprobe

Tipps suchen...
Zum PDF Archiv

14.10.2004

Als PDF herunter laden

Auch private Handwerker-Rechnungen müssen Sie jetzt aufbewahren

Der Gesetzgeber hat einen neuen Anlauf gemacht, um die Schwarzarbeit zu bekämpfen. “Ohne Rechnung” ist jetzt verboten: Bisher war es absolut legal, dass Handwerker für Tätigkeiten in Privathaushalten keine Rechnung ausstellen.

Das hat sich per 01.08.04 geändert: So müssen Handwerker jetzt auch bei Leistungen an Privatkunden innerhalb von sechs Monaten zwingend eine Rechnung ausstellen, sofern es sich um
- Werklieferungen oder
- Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück (z. B. Bauleistungen, Instandhaltungsarbeiten in und an Gebäuden) handelt. (Rechtsgrundlage: § 14 Abs. 2 UStG)

Faustregel: Ist es notwendig, dass der Handwerker ins Haus kommt, gilt die neue Regelung. Beispiel: Repariert ein Schreiner Ihren Louis-XIV-Sekretär, ist das keine “Leistung im Zusammenhang mit einem Grundstück”. Also keine Pflicht zur Rechnungsstellung. Setzt er hingegen ein klemmendes Fenster in Ihrem Haus instand, greift die neue Regelung, weil das eine “Leistung im Zusammenhang mit einem Grundstück” ist.

Aufbewahrungspflicht für den Kunden: Als Kunde sind Sie verpflichtet, diese Rechnung, einen Zahlungsbeleg oder eine andere beweiskräftige Unterlage zwei Jahre lang aufzubewahren. (Rechtsgrundlage: § 14b Abs. 1 UStG) 

Bei Verstoß drohen Bußgelder: Wenn ein Handwerker die Rechnung nicht innerhalb von sechs Monaten ausstellt, sind es bis zu 5000 Euro. Wer als Privatmann die Rechnung nicht zwei Jahre lang aufbewahrt, muss mit bis zu 500 Euro rechnen.

So könnte ein Fall in der Praxis ablaufen: Herr Weiß lässt sich im August 04 von Herrn Schwarz das Dach neu decken. Ein missgünstiger Nachbar wittert “Schwarzarbeit” und denunziert die beiden beim Finanzamt. Dieses lässt die Sache bis März 05 liegen. Dann verlangt es von Herrn Weiß die Vorlage der Rechnung. Kann dieser keine vorzeigen, bekommt er 500 Euro Buße aufgebrummt. Herrn Schwarz trifft es mit bis zu 5000 Euro. Ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung kommt wahrscheinlich noch dazu.

Fazit: Handwerker müssen innerhalb von sechs Monaten eine Rechnung ausstellen, wenn sie Werklieferungen oder Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück ausführen. Der Privatkunde muss diese Rechnung, einen Zahlungsbeleg oder eine andere beweiskräftige Unterlage zwei Jahre lang aufbewahren.


zurück