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01.12.2004

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Wer darf den Geschäftsführer der GmbH & Co. KG abberufen?

Da eine GmbH & Co. KG relativ kompliziert konstruiert ist, kommt es in Mehr-Mann-KGs immer wieder zu Diskussionen, wer was darf. Wer darf zum Beispiel den Geschäftsführer abberufen? Sind es die Gesellschafter der KG oder die Gesellschafter der Komplementär-GmbH?

Dieses Thema kann plötzlich wichtig werden, wenn es zu Streit unter den Geschäftsführern kommt, und außerdem die Mehrheitsverhältnisse in GmbH und KG unterschiedlich sind. Um die Problematik zu erkennen, ist ein Blick auf die Funktionsweise einer GmbH & Co. KG notwendig.

So ist die Geschäftsführung in der GmbH & Co. KG aufgebaut: Die Geschäfte einer KG führt von Gesetzes wegen der Komplementär. Da bei einer GmbH & Co. KG aber kein “natürlicher” Komplementär vorhanden ist, werden die Geschäfte von der Komplementär-GmbH geführt. Diese wiederum wird vertreten von einem GmbH-Geschäftsführer. So führt also der GmbH-Geschäftsführer über zwei Ecken die Geschäfte der KG.

Zuständig für die Einstellung des Geschäftsführers: Formal ist für diese Aufgabe die Gesellschafter-Versammlung der Komplementär-GmbH zuständig. Die GmbH-Gesellschafter dürfen diese Stellung aber nicht als Freibrief missbrauchen. Das wurde vor Kurzem gerichtlich entschieden.

Der Fall lag so: In einer Familien-GmbH war es zu Streit gekommen. Daraufhin setzte der Gesellschafter der Komplementär-GmbH den Geschäftsführer dieser GmbH ab, obwohl dieser das volle Vertrauen des Allein-Kommanditisten hatte.

Die Entscheidung des Gerichts: Die Absetzung war zwar formal korrekt, aber trotzdem unwirksam. Der Gesellschafter der Komplementär-GmbH darf nicht einen Geschäftsführer absetzen, der das Vertrauen der Kommanditisten besitzt. (Fundstelle: OLG München, 19.11.03, GmbHR 04, 587  )

Tipp für Sie: Diese unglückliche Entwicklung in der GmbH & Co. KG aus dem Gerichtsfall konnte so nur entstehen, da die Mehrheitsverhältnisse in GmbH und KG unterschiedlich waren. Solch eine Konstellation kann z. B. durch Scheidung oder Erbgang entstehen. Schließen Sie das bei Ihrer GmbH & Co. KG aus, indem Sie die GmbH-Anteile in die KG einlegen. Dadurch entsteht eine so genannte “Einheits-GmbH-&-Co.-KG”, in der automatisch die Mehrheitsverhältnisse in GmbH und KG immer identisch sind.


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