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17.01.2005

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Was Sie zur neuen Rechnungslegung nach “IAS” wissen sollten

Wofür steht “IAS”? Diese Abkürzung steht für “International Accounting Standards” also internationale Rechnungslegungsstandards. Es geht um eine neuartige Bilanzierungsweise, die sich in manchen Punkten deutlich von der Bilanzierung nach dem deutschen Handelsgesetzbuch unterscheidet. Die Abkürzung “IFRS” (Int. Financial Reporting Standards) meint übrigens fast das Gleiche.

Die größten Unterschiede: Die bisher gebräuchliche Bilanzierung nach Handelsgesetzbuch basiert vor allem auf dem Vorsichtsprinzip. Das heißt zum Beispiel: Anlagevermögen wird höchstens mit dem abgeschriebenen Buchwert bilanziert, obwohl es vielleicht viel mehr wert ist. Oder: Bei halbfertigen Arbeiten darf kein Gewinn ausgewiesen werden, auch wenn dieser ziemlich sicher ist. Das ist bei IAS anders. Dort wird stets von Verkehrswerten ausgegangen.

Beispiel: Die Bau-GmbH-&-Co.-KG hat seit Jahrzehnten ein Betriebsgrundstück mit 100 000 Euro in der Bilanz stehen. Der Verkehrswert beträgt eine Million Euro. Außerdem wird ein Großprojekt bald abgeschlossen. Die Übergabe erfolgt im Januar 2005, dann wird eine Schlussrechnung über 2,5 Millionen Euro gestellt. Die Herstellungskosten bis 31.12.04 betrugen 2 Millionen.

Das sind die Unterschiede in der Bilanzierung im Beispielsfall:
 
    Bilanzierung nach HGB: Betriebsgrundstück 100 000, unfertige Leistungen 2.000.000. Bilanzierung nach IAS: Betriebsgrundstück 1.000.000, unfertige Leistungen 2.500.000.
 
Ist IAS verpflichtend? Für börsennotierte AGs ist es ab 2005 verpflichtend, für Mittelständler besteht ein Wahlrecht. Kleine und mittlere GmbH & Co KGs können mittelfristig aber auf jeden Fall bei der herkömmlichen Bilanzierung bleiben.

Was nützt Ihnen IAS? Diese neuen Bilanzierungsregeln bringen mehr Transparenz und Realismus in die Bilanzen. Einen echten Nutzen dürften aber nur große Gesellschaften mit Auslands-Verzahnung und großem Kapitalbedarf haben.

Welche Nachteile bringt IAS? Sie haben einen erheblichen Umstellungsaufwand in Ihrem Rechnungswesen. Und Sie müssen dann zwei völlig unterschiedliche Bilanzen aufstellen, eine nach IAS und eine Steuerbilanz fürs Finanzamt.

`ndert sich steuerlich etwas? Nein. Die Bilanzierung für Steuerzwecke ist durch IAS nicht berührt.

Fazit: Kleinen Unternehmen und Gesellschaften mit geringem Anlagevermögen bringt IAS kaum greifbare Vorteile. Ein besseres Bank-Rating und leichtere Kreditbeschaffung sind durch IAS nicht zu erwarten. Nur große, kapitalintensive, international tätige Unternehmen sollten über die Umstellung nachdenken. Alle anderen bleiben besser bei der gewohnten Bilanzierung nach HGB.


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