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03.02.2005

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Wie Sie die Publizität bei Ihrer GmbH & Co. KG aushebeln

Nervt es auch Sie, dass seit dem Jahr 2000 Hinz und Kunz Ihre GmbH-&-Co.-KG-Bilanz beim Handelsregister anfordern können? Und das ohne jede Begründung? Viele Unternehmer möchten das nicht, denn sie fürchten, dass Lieferanten, Konkurrenten oder Neider die falschen Rückschlüsse aus dem Zahlenwerk ziehen. Für „echte“ GmbH & Co. KGs gibt es zwar keinen hundertprozentigen Schutz, aber doch ein paar Ausweich- und Vernebelungstrategien ...

Strategie 1: Sie geben freiwillig gar keine Bilanz beim Registergericht ab. Das bleibt solange folgenlos, als sich niemand bei Gericht beschwert. Zumindest haben Sie aber den Einblick für Neugierige verhindert, die nicht aus der Deckung kommen wollen und Angst haben, dass Ihnen deren Name mitgeteilt wird.

Strategie 2: Sie geben eine unzulässig verdichtete Bilanz ab, aus der man so gut wie nichts ablesen kann. Auch das bleibt folgenlos, wenn sich niemand darüber beschwert.

Strategie 3: Sie nutzen die gesetzlich erlaubten Methoden der Zusammenfassung von Bilanzpositionen. Dagegen kannn niemand etwas unternehmen. Niemand zwingt eine kleine GmbH & Co. KG, eine ausführliche Bilanz offen zu legen.

Strategie 4 (für mittelgroße Kapitalgesellschaften): Hier können Sie einen so genannten „befreienden Konzernabschluss“ für die Komplementär-GmbH abgeben. Vorteil: Etwas weniger Einblick als bei der normalen KG-Bilanz. Nachteil: Hohe Wirtschaftsprüfer-Kosten. (Rechtsgrundlage: § 264b HGB)

Strategie 5: Sie lagern wichtige Vermögens- und Schuldpositionen in das „Sonderbetriebsvermögen“ aus. Dieses muss nicht offengelegt werden.

Radikal-Strategie 6: Sie nehmen eine natürliche Person als Komplementär auf. Diese Person kann z. B. auch ein vermögensloser Rentner sein. Vorteil: Wenn neben der Komplementär-GmbH eine natürliche Person Komplementär wird, entfällt die Publizitätspflicht völlig. Nachteil: Diese Person muss auf dem Briefkopf genannt werden. Das kann Geschäftspartner irritieren. Außerdem haftet der Komplementär unbeschränkt mit seinem gesamten Vermögen. Und: Derjenige ist nach Außen befugt, im Namen Ihrer GmbH & Co. KG beliebige Verträge abzuschließen. Sie müssen sich auf Ihren neuen Komplementär also 100prozentig verlassen können.

Fazit: Ein Patentrezept gegen den ungeliebten Publizitätszwang gibt es nicht, solange Sie die Haftungsbeschränkung der GmbH & Co. KG beibehalten wollen. Möglich sind aber zahlreiche „Verschleierungstechniken“. Und stets gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter. Von sich aus unternimmt das Registergericht nichts gegen Sie. Reichen Sie also nichts freiwillig ein, bevor Sie nicht vom Gericht dazu aufgefordert werden.


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