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02.03.2005

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Schwarzarbeit wird jetzt extrem teuer für Arbeitgeber

Nach wie vor ist die Abgabenbelastung von Arbeitslöhnen in Deutschland immens. Kein Wunder, dass manche Arbeitgeber den Lohn ganz oder teilweise „schwarz“ auszahlen. Solange es keinen Streit gibt, geht das auch gut. Wehe, wenn es Zoff gibt: Fliegt der Schwarzarbeiter raus oder fühlt er sich übers Ohr gehauen, entschließt sich so einer oft dazu, seinen Chef „hinzuhängen“.

Eine gesetzliche Neuregelung fördert jetzt derartiges Verhalten: Denn der schwarz beschäftigte Arbeitnehmer wird rechtlich abgesichert. Alle Abgaben werden ausschließlich dem Arbeitgeber aufgehalst. Schwarzlohn-Vereinbarungen gelten nämlich jetzt als rechtswirksame Nettolohn-Vereinbarungen. (Rechtsgrundlage: § 14 Abs. 2 Satz 2    SGB IV)

Im Klartext heißt das: Der Arbeitgeber muss sämtliche Steuern und Sozialversicherung-Abgaben zahlen und kann vom Arbeitnehmer keine Erstattung verlangen. Beispiel: Die Schwarzbau-GmbH & Co. KG stellt Iwan Klatschko mit 1000 Euro offiziell an. Zusätzlich bekommt er jeden Monat 500 Euro „schwarz“. Nach einem Streit zeigt Klatschko die Schwarzbau an. Er muss nichts, die Schwarzbau aber für jeden Monat 720 Euro nachzahlen: die komplette Lohnsteuer sowie den Arbeitgeber- plus Arbeitnehmeranteil der Sozialversicherung.

Damit nicht genug: Schwarzarbeit führt auch zur Strafbarkeit - bei Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen und Beitragsbetrug) -, zu Geldbußen bis zu 300 000 Euro und zum Ausschluss von öffentlichen Aufträgen. (Rechtsgrundlage: §§ 266a, 263 StGB, § 8 SchwArbG)

Fazit: Wenn Schwarzarbeit rauskommt, wird das sehr teuer für den Arbeitgeber. Der muss alleine nachzahlen und kann sich vom Arbeitnehmer nichts mehr zurückholen. Die Loyalität der Schwarzarbeiter gegenüber dem Arbeitgeber besteht nicht ewig, und man macht sich als Arbeitgeber durch Schwarzarbeit erpressbar.


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