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16.03.2005

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Bewirtungsbelege: 70 oder 100 Prozent Vorsteuer?

Eins ist klar: Bewirtungsbelege können Sie nur in Höhe von 70 Prozent als Betriebsausgabe geltend machen. Das ist im Einkommensteuergesetz so geregelt. Strittig ist: Können Sie die Vorsteuer auch nur zu 70 Prozent holen oder zu 100 Prozent? (Rechtsgrundlage: § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG)

Das Steuergesetz sagt: Nur 70 Prozent der Vorsteuer von Bewirtungsbelegen ist abzugsfähig. Einige Finanzgerichte meinen jedoch: Diese Beschränkung im deutschen Umsatzsteuergesetz verstößt gegen das europäische Recht. Endgültig entscheiden kann das aber nur der europäische Gerichtshof. (Rechtsgrundlage: § 15 Abs. 1a Nr. 1 UStG; Fundstelle: FG München, 13.11.03, 14 K 3488/02, EFG 04, 377)

Viele Ratgeber empfehlen: Machen Sie 100 Prozent der Vorsteuer geltend und berufen Sie sich unmittelbar auf Europäisches Recht. Im Prinzip stimmt das. Aber: Die Finanzverwaltung hat klargestellt, dass sie nur 70 Prozent Vorsteuerabzug zulassen will, solange kein endgültiges Urteil vorliegt. (Fundstelle: OFD Nürnberg, 02.04.04, DStR 04, 957)

Unser pragmatischer Rat deshalb: Machen Sie 100 Prozent Vorsteuerabzug nur geltend, wenn sich's lohnt. Denn Sie müssen stets damit rechnen, dass Ihr Steuerberater mit dem Finanzamt herumdiskutieren muss und Ihnen dafür eine Rechnung schickt.

Beispiel 1 - Hier lohnt sich's: Die X-GmbH & Co. KG hat Bewirtungskosten in Höhe von 10 000 Euro jährlich. 70 Prozent Vorsteuerabzug bedeuten 965 Euro, 100 Prozent dagegen 1379 Euro - also 414 Euro mehr. Da bleibt sogar noch ein Plus, wenn der Steuerberater zwei Stunden Schriftverkehr abrechnet.

Beispiel 2 - Hier lohnt sich's nicht: Die Y-GmbH & Co. KG hat Bewirtungskosten in Höhe von 1500 Euro jährlich. 70 Prozent Vorsteuerabzug: 144 Euro. 100 Prozent: 206 Euro - also nur 62 Euro mehr. Ob sich deswegen Streit mit dem Finanzamt lohnt, ist fraglich.

Fazit: Solange kein endgültiges höchstrichterliches Urteil vorliegt, lohnt es sich im Moment nur bei hohen Bewirtungskosten, die 100 Prozent Vorsteuer geltend zu machen.


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