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16.03.2005

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So drücken Sie Ihren Gewinn und schonen die Liquidität

Bestimmt kennen Sie das Wunderwerkzeug “Anspar-Abschreibung”, mit dem Sie geplante Investitionen schon zwei Jahre vorher bis zu 40 Prozent abschreiben können. (Rechtsgrundlage: § 7g Abs. 3 EStG )

Höchstgrenze: Die auf diese Weise vorgenommenen Abschreibungen dürfen sich höchstens auf 154 000 Euro belaufen. Und: In Ihrer Vorjahresbilanz dürfen Sie höchstens Eigenkapital in Höhe von 204 517 Euro ausweisen.  

Ihr Vorteil: Sie drücken Ihren Gewinn um bis zu 154 000 Euro und schonen erst mal Ihre Liquidität. Die Versteuerung müssen Sie aber spätestens zwei Jahre später nachholen. Wenn Sie nicht investieren, mit 6 Prozent Gewinnzuschlag pro Jahr.

Darf man da auch drei Porsche Turbo als geplante Investition angeben? Mit solch einer behaupteten Investition hätten Sie auf einen Schlag Ihre Maximal-Ansparrücklage komplett, ohne aufwändig die Listenpreise von irgendwelchen Maschinen und Büromöbeln recherchieren zu müssen. Proberechnung: Listenpreis Porsche Turbo S Cabrio: 131 100 Euro netto mal drei macht 393 300 Euro mal 40 Prozent Ansparabschreibung ergibt 157 320 Euro Gewinnsenkung (maximal zulässig jedoch nur 154 000 Euro).

Versucht hat das ein Kollege von Ihnen: Prompt bekam er `rger mit dem Finanzamt. Solch eine Luxus-Investition zu planen sei “unangemessen” und nicht abzugsfähig, meinte dieses. Der Unternehmer gab sich jedoch nicht geschlagen und zog vor Gericht.

Das Finanzgericht entschied zu seinen Gunsten: Hier ist keine Angemessenheitsprüfung durchzuführen. Auch völlig unangemessene Luxusausgaben berechtigen zu einer Ansparabschreibung. Das Finanzamt will nun vor die oberste Instanz ziehen, wird dort aber voraussichtlich keinen Erfolg haben. Denn der Bundesfinanzhof entschied bereits vor längerem, dass selbst frei erfundene Investitionsvorhaben zur Anspar-Abschreibung berechtigen. (Fundstelle: FG Düsseldorf, 07.06.04, DStRE 04, 1394; BFH, 12.12.01, XI R 13/00, BStBl. II 02, 385)

Fazit: Die Anspar-Abschreibung ist ein hervorragendes Mittel für kleinere GmbH & Co. KGs, unerwünschte Steuernachzahlungen hinauszuschieben. Bei der Angabe der angeblich geplanten Investition sind Sie ziemlich frei. Bedenken Sie aber den Neid-Faktor: Provozieren Sie Ihren Finanzbeamten nicht unnötig, indem Sie sündteure Luxusautos als geplante Investition angeben. Suchen Sie sich lieber unverfänglichere Investitionsgüter. Und bedenken Sie: Wenn Sie Investitionen angeben, die Sie später wirklich durchführen, entfällt der sechsprozentige “Strafzins”.


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