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20.09.2005

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Was wird aus Ihrem Kommanditanteil, wenn etwas passiert?

Die meisten Unternehmer kümmern sich rechtzeitig bei Lebzeiten um die Regelung ihrer Unternehmensnachfolge. Das klappt aber nicht immer. Mancher von uns drückt sich vor diesen letzten Fragen, mancher findet einfach keine Lösung und manchmal kommt es auch zu plötzlichen Unglücksfällen.

Gesetzlicher Regelfall beim Tod eines Kommanditisten: Alle Miterben treten in die KG ein und werden Kommanditisten. Das ist aber häufig unerwünscht, weil das zu einer Aufsplitterung der KG führen kann. (Rechtsgrundlage: § 177 HGB)

Häufig gewählt wird daher die „qualifizierte Nachfolgeklausel“: Der Gesellschaftsvertrag bestimmt z. B., dass nur ein Abkömmling Kommanditist werden kann, oder nur, wer volljährig ist und eine abgeschlossene Berufsausbildung hat. Möglich ist auch ein Ausschluss der Nachfolge: Der Gesellschaftsvertrag kann auch vorsehen, dass die GmbH & Co KG unter den verbleibenden Gesellschaftern fortgesetzt  wird und die Erben abgefunden werden. Im schlimmsten Fall ist diese Abfindung sogar ausgeschlossen.

Gesellschaftsvertrag sticht Testament: Der Gesellschaftsvertrag hat stets Vorrang vor einem Testament oder der gesetzlichen Erbfolge. Wichtig ist deshalb, dass beides aufeinander abgestimmt ist.

Beispiel: Otto und Werner betreiben zusammen eine GmbH & Co KG. Im Gesellschaftsvertrag ist geregelt, dass beim Tod eines Kommanditisten nur ein volljähriges Kind mit Berufsabschluss in die KG eintreten kann. Werner stirbt. Seine Witwe kann nicht Kommanditistin werden, weil laut Gesellschaftsvertrag nur Abkömmlinge zugelassen sind. Werners Kinder sind aber noch minderjährig und kommen daher ebenfalls nicht in Frage. Werners Hinterbliebene haben also nur Anspruch auf das vertragliche Abfindungsguthaben. Ein klassischer Gestaltungsfehler.

Fazit: Denken Sie daran, dass der Gesellschaftsvertrag Ihrer KG immer Vorrang vor Ihrem Testament hat. Es nützt Ihren Erben nichts, wenn Sie diese im Testament zum Kommanditisten einsetzen, wenn der Gesellschaftsvertrag dies nicht zulässt. Klären Sie daher baldmöglichst mit Ihrem Notar und Ihrem Steuerberater ab, ob bei Ihnen auch solche Zielkonflikte lauern könnten und schaffen Sie diese aus der Welt.


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