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20.09.2005

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Mehrwertsteuer-Erhöhung: Kalkulieren Sie frühzeitig neu

Die angekündigte Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 18 Prozent ist bei den derzeit diskutierten Koalitionen nicht ausgeschlossen. Zum ersten Mal in der Geschichte wäre dies eine Erhöhung um 2 Prozent-Punkte.

Wann kann Sie das kalt lassen? Verkaufen Sie ausschließlich an gewerbliche Kunden, kann Ihnen diese Steuererhöhung gleichgültig sein. Sie schlagen dann einfach 1,724 Prozent (=118/116`1) auf Ihre Brutto-Endpreise auf. Ihren Kunden dürfte das egal sein, weil diese vorsteuerabzugsberechtigt sind und die Netto-Preise gleich bleiben.

Ernst wird es, wenn Ihre Kunden Endverbraucher sind. Dann kommt es auf die Brutto-Preise an. Und die können Sie kaum linear quer durchs Sortiment um 1,724 Prozent erhöhen.

Beispiel: Eine Schachtel Schrauben (alter Preis: 1,99 Euro) kann man schlecht für 2,02 Euro ins Regal stellen. Das T-Shirt, für das Sie im Moment noch 19,90 Euro verlangen, wird für 20,24 Euro kein Verkaufsrenner werden.

Sie müssen also differenziert kalkulieren: Erhöhen Sie deutlich bei weniger preissensiblen Artikeln und lassen Sie Billig-Artikel unverändert. Wenn Sie Glück haben, kommen Sie damit durch.

Vereinfachtes Beispiel: Ein Jeans-Geschäft verkauft am Tag zehn T-Shirts für 19,90 (EK: 10 Euro) und fünf Jeans für 89 Euro (EK: 50 Euro). Der Händler lässt die T-Shirts 2006 im Preis unverändert und erhöht die Jeans auf 99 Euro. Dadurch verkauft er zwar jetzt eine Jeans weniger (4 statt 5 am Tag), aber der Gesamt-Rohertrag bleibt fast gleich: 204,23 Euro statt vorher 205,17 Euro.

Fazit: Ein Patentrezept für die Weitergabe der Mehrwertsteuer-Erhöhung gibt es nicht. Fest steht nur, dass Ihre Netto-Spanne um 1,695 Prozent (=116/118-1) sinkt, wenn Sie die Preise 2006 unverändert lassen. Starten Sie deshalb frühzeitig mit der Neu-Kalkulation Ihrer Verkaufspreise. Loten Sie aus, bei welchen Artikeln Sie den Preis deutlich steigern können. Denn diese Preiserhöhungen sollten so hoch ausfallen, dass Sie damit den Spannen-Verlust bei den Waren ausgleichen können, bei denen eine Preiserhöhung nicht durchsetzbar ist.


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