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07.10.2005

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Letzte Chance für das Steuerschlupfloch „Ansparabschreibung“

Ein klassisches „Steuerschlupfloch“ ist die „Ansparabschreibung“ oder „Ansparrücklage“. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Vorschrift der nächsten Steuerreform zum Opfer fällt. Nutzen Sie diese Gestaltungsmöglichkeit daher, so lange es noch geht.

So gehts: Ihre KG kann für Investitionen, die sie innerhalb der nächsten zwei Jahre plant, im Voraus bis zu 40 Prozent der Investitionssumme abschreiben, höchstens jedoch 154.000 Euro.

Bildung der Rücklage (= Gewinnminderung): Ihre GmbH & Co KG gibt an, bis 2006 einen neuen Pkw für 50.000 Euro (zzgl. MwSt.) kaufen zu wollen. Dann kann sie schon im 2004er-Abschluss 20.000 Euro (= 40 Prozent) abschreiben.

Auflösung der Rücklage (= Gewinnerhöhung): Kauft Ihre KG den Wagen, muss sie die Rücklage wieder auflösen. Kauft sie den Wagen nicht, kommen pro Jahr 6 Prozent Gewinnzuschlag hinzu. In unserem Fall hieße das: Kauft die KG den Wagen nicht spätestens bis Ende 2006, muss sie 2006 nicht nur die 20.000 Euro Rücklage dem Gewinn hinzurechnen, sondern auch noch 2 x 6 Prozent Gewinnzuschlag = 2.400 Euro.

Der besondere Clou für GmbH & Co KGs: Selbst falls Ihre GmbH & Co KG Verlust macht, Sie oder Ihr Ehegatte aber positive Einkünfte haben, lohnt sich die Anspar-Abschreibung. Denn Sie können die Verluste Ihrer KG mit anderen postiven Einkünften verrechnen. Voraussetzung: Die KG hat kein negatives Kapital. (Rechtsgrundlage: § 15 EStG)

Keinerlei Nachweise erforderlich: Weder müssen Sie Bestellungen vorlegen, noch die Investition plausibel machen: „Die Bildung der Ansparrücklage gemäß § 7g Abs. 3 EStG setzt nicht voraus, dass der Steuerpflichtige glaubhaft macht, die Investition sei wirklich beabsichtigt“. Wenn Sie also eine rege Phantasie haben, bleibt das hier ausnahmsweise straflos - bis auf den 6-prozentigen Zins. Allerdings ist in der Buchführung der KG die geplante Investition nachprüfbar zu bezeichnen. (Fundstelle: BFH, 12.12.01, DStR 02, 672)

Bei Existenzgründern gelten andere Regeln: Wenn alle an Ihrer GmbH & Co KG beteiligten Gesellschafter innerhalb der letzen fünf Jahre vor KG-Gründung nicht selbständig tätig waren (auch nicht ganz geringfügig) und auch nicht an Personen-/ Kapitalgesellschaften beteiligt, gelten folgende günstigeren Regeln: (Rechtsgrundlage: § 7g Abs. 7 EStG)

- Zwischen Bildung der Ansparabschreibung und der (behaupteten) Investition dürfen fünf (statt zwei) Jahre(n) liegen,
- die Ansparabschreibung darf maximal 307.000 Euro (statt 154.000 Euro) betragen
- und im Fall der Nicht-Investition entfällt der Strafzins.

Neu - Verschärfung bei Existenzgründern: Voraussetzung für die Rücklage ist vor Betriebseröffnung, dass eine verbindliche Bestellung vorliegt. Auch bei einer „wesentlichen Erweiterung“ kann das Finanzamt Nachweise verlangen. Beispiel: X hat die X-GmbH-&-Co-KG 2003 gegründet. Gegenstand des Ein-Mann-Geschäfts: EDV-Dienstleistungen. Umsatz 2004: 30.000 Euro. 2004 hat X die gut verdienende Chefärztin Y geheiratet, so dass man Verluste der GmbH & Co KG gut nutzen könnte. Im 2004er-Jahresabschluss will X daher Ansparabschreibungen bilden für drei neue Lastwagen und Büromöbel im Wert von 100 000 Euro.  Hier wird das Finanzamt ohne die Vorlage von Bestellungen voraussichtlich nicht mitspielen. (Fundstelle: BFH, 17.11.04, BFH/NV 05, 846)

Allgemeine Voraussetzungen für Existenzgründer und „Alt“-Betriebe:

a) bei Ihrer KG

Ihre KG darf im vorangegangenen Jahresabschluss (der KG!) - also hier: 31.12.03 - ein Betriebsvermögen von maximal 204.517 Euro gehabt haben. Das Betriebsvermögen berechnen Sie so: Anlagevermögen + Umlaufvermögen ./. Rückstellungen ./. Schulden.



b) bei der Angabe des angeblich geplanten Wirtschaftsgutes:

Ansparabschreibung möglich                                        Ansparabschreibung nicht möglich
- für ein neues Wirtschaftsgut                                               … z. B. für Gebrauchtwagen. Aber: Autos mit Tageszulassung sind „neu“
- für ein bewegliches Wirtschaftsgut                                    … z. B. für Immobilien
- für ein Wirtschaftsgut, das mindestens                            … z. B. für ein Wirtschaftsgut,       
  ein Jahr in einer inländischen                                                 das kurz nach der Anschaffung      
  Betriebsstätte bleibt                                                                  im Ausland eingesetzt wird

Neu - Verschärfung: Wann ist eine Ansparabschreibung nicht mehr zulässig?

1. Eine Ansparabschreibung können Sie nicht mehr bilden, wenn die Investitionsfrist schon abgelaufen ist. Beispiel: Die Y-GmbH-&-Co-KG gibt ihre 2003er-Steuererklärung erst Anfang 2006 ab. In einer Anlage zur Bilanz behauptet sie, bis Ende 2005 allerlei Maschinen anschaffen zu wollen. Es wurde aber tatsächlich nichts investiert.

2. Ebenso kann die Ansparabschreibung nicht nachträglich gebildet werden. Beispiel: Unternehmer Moser hört am Stammtisch von seinem Unternehmer-Kollegen erstmalig von der Ansparabschreibung. Mosers Steuerberater hatte ihm von dieser Möglichkeit noch nie etwas erzählt. Moser hat die 2004er-Bilanz der Moser-GmbH-&-Co-KG schon beim Finanzamt eingereicht, will nun aber nachbessern. Das geht nicht.

3. Auch nachgemeldete Anspar-Abschreibungen, z. B. um Mehr-Ergebnisse nach Betriebsprüfungen wegzubügeln, werden in der Regel nicht anerkannt.

Weitere Voraussetzung: Die Bildung und Auflösung solcher Rücklagen muss im Jahresabschluss nachvollziehbar sein.

20-prozentige Sonderabschreibung: Wollen Sie diese nutzen, müssen Sie im Vorjahr für das betreffende Wirtschaftsgut zumindest eine Ansparabschreibung in Höhe von einem Euro gebildet haben.


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