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24.11.2016

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Aus der Redaktions-Hotline: Apple iTunes und Google Play Store

E-Mail von Kai B. aus München an die Redaktions-Hotline: „Wir sind ein IT-Systemhaus und haben eine Smartphone-App entwickelt, die wir über die Online-Plattformen Apple iTunes und Google Play Store vertreiben. Die Statistik zeigt, dass Kunden aus dem Inland und der EU, aber sogar auch aus Japan und Brasilien die App herunterladen. Muss sich unsere Firma nun in all diesen Ländern umsatzsteuerlich registrieren?“

IZW antwortet:
Nein. Sie haben steuerlich mit dem Endkunden nichts zu tun. Sie erbringen eine Leistung an Apple und Google, und die liefern an die Endkunden. Wird bei der Erbringung einer elektronischen Dienstleistung (hier Verkauf von Apps) eine Schnittstelle oder ein Portal eingeschaltet (hier iTunes usw.), gilt nach Art. 9a Abs. 1 Unterabs. 1 Alt. 1 MWStVO die Vermutung, dass die Leistung von diesem zwischengeschalteten Unternehmer (Apple, Google usw.) im eigenen Namen und für Rechnung Dritter (des Anbieters, also Ihnen) ausgeführt wird (§ 45 h TKG). Sie erbringen somit keine Leistungen an Endkunden, sondern eine „Dienstleistungskommission“ (§ 3 Abs. 11 UStG) an Apple usw. Ort der Leistung ist in der EU am Sitz der Online-Plattformen (vermutlich Dublin, Irland).

Also: 1. Sie stellen eine Rechnung ohne Umsatzsteuer aus, bzw., die Abrechnung erfolgt per Gutschrift durch Apple & Co., weil Sie ja gar nicht wissen können, wie hoch die Anzahl der Downloads und daher die Höhe der Um­sätze ist. 2. Sie müssen die Onlineplattformen auf die Umkehr der Steuerschuldnerschaft (Reverse charge) hinweisen und diese Umsätze in der zusammenfassenden Meldung angeben.

Und: Eine Registrierung am Sitz der Onlineplattformen ist nicht erforderlich, da diese selbst verpflichtet sind, die Umsatzsteuer abzuführen. Auch das „MOSS-Verfahren“ muss nicht angewandt werden, weil Sie die App nicht an Endkunden verkaufen.


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