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04.01.2017

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Aus der Redaktions-Hotline: Nachzahlung von Lohn wegen Arbeitsgerichtsurteil

E-Mail von Marcus P. aus Suhl aus Augsburg an die Redaktions-Hotline: „Ich habe einer Mitarbeiterin per Ende März gekündigt. Die Dame ist vor das Arbeitsgericht gezogen und hat noch alles Mögliche verlangt (Überstunden, anteiliges Weihnachtsgeld). Leider hat sie teilweise Recht bekommen. Ich muss ihr nun 5.000 Euro nachzahlen. Wie mache ich das überhaupt? Zu der Dame besteht gar kein Kontakt mehr. Lohnsteuer-Daten habe ich nicht.“

IZW antwortet:
Erhält ein ausgeschiedener Arbeitnehmer von einem früheren Arbeitgeber Arbeitslohn nachgezahlt und befindet er sich bereits wieder in einem neuen Arbeitsverhältnis, wird die Nachzahlung wie Arbeitslohn aus einem weiteren Arbeitsverhältnis behandelt und nach Steuerklasse VI besteuert, weil der neue Arbeitgeber eine günstigere Steuerklasse (I bis V) anwendet. Sie setzen die Nachzahlung als so genannten „sonstigen Bezug“ als Jahresarbeitslohn an.

Beispiel: Sie zahlen 5.000 Euro nach. Für 5.000 Euro ergibt sich nach der Steuerklasse VI der Jahreslohnsteuertabelle eine Lohnsteuer von 574 Euro, ein Soli von 31,57 Euro und Kirchensteuer von 45,92 Euro. Sozial­versicherungsrechtlich ist die Nachzahlung dem letzten Lohnabrechnungszeitraum im laufenden Kalenderjahr zuzuordnen, selbst wenn in diesem kein Arbeits­entgelt bezahlt wurde (§ 23a Abs. 2 SGB IV).

Falls die Dame mitteilen würde, dass sie aktuell arbeitslos ist oder berufsunfähig und daher keine Bezüge mehr hat, könnte sie die elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen für etwaige vorangegangene Beschäftigungen vorlegen, und Sie würden das hochrechnen auf einen Jahresarbeitslohn. Macht die Dame keine Angaben, rechnen Sie den Arbeitslohn, den Sie bezahlt haben, hoch auf einen Jahresarbeitslohn und die Lohnsteuer dementsprechend berechnen (R 39b.6 Abs. 3 Sätze 3 und 4 LStR).


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