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20.12.2004

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Achtung bei elektronischen Steueranmeldungen 2005: Sicherheitslücken bei ELSTER

Ab 2005 sollen Sie Ihre Umsatzsteuer- und Lohnsteueranmeldungen nicht mehr per Formular, sondern per elektronischer Software ins Finanzamt übermitteln. Verwendet wird dafür das „ELSTER“-Programm. www.elster.de ...

Übergangsfrist bis März: Bis März 2005 ist noch die Abgabe von Papierformularen möglich, ab April 2005 soll jeder beim Elster-Verfahren mitmachen. Ausnahmen lässt das Gesetz nur für Arbeitgeber oder Unternehmer zu, denen zur Schaffung der technischen Voraussetzungen "ein unverhältnismäßig hoher Aufwand" entstehen würde.

Achtung Sicherheitsproblem: Für die Übermittlung der Steueranmeldung per ELSTER ist nur die Steuer-Nummer notwendig. Eine PIN wird nicht abgefragt. Es findet auch keine Identifizierung statt.

Folgendes Szenario ist daher denkbar: Die Firma Müller verwendet unvorsichtigerweise auf ihren Rechnungen die allgemeine Finanzamts-Steuernummer statt - wie von IZW empfohlen - die USt-ID-Nummer. Herr Meier, Erzfeind von Geschäftsführer Müller, erlangt auf diese Weise Kenntnis von Müllers Steuernummer. Meier gibt nun unter Verwendung von Müllers Steuernummer eine gefälschter Elster-Lohnsteueranmeldung mit 100 000 Euro Vorauszahlungsbetrag ab. Das Finanzamt hat eine Einzugsermächtigung und bucht die 100 000 Euro bei der Müller GmbH ab.

Wie geht es jetzt weiter? Datenschützer fordern, das System abzuschalten, bis diese Sicherheitsprobleme gelöst sind. Bis heute liegt noch keine Reaktion der Finanzverwaltung vor.

Unser Rat - so sollten Sie jetzt reagieren:

1. Nehmen Sie am Elster-Verfahren nicht teil, solange die Sicherheitsprobleme nicht beseitigt sind. Schreiben Sie an Ihr Finanzamt, dass die Ihnen die „Schaffung der technischen Voraussetzungen einen unverhältnismäßig hohen Aufwand“ verursachen würde. Für diese Fälle ist eine Befreiung von der Elster-Pflicht geplant.

2. Falls Sie Ihrem Finanzamt eine Einzugsermächtigung erteilt haben: Prüfen Sie die Abbuchungen sehr genau.

3. Beugen Sie Betrügern vor. Geben Sie auf Ihren Rechnungen nur Ihre USt-ID-Nummer an - aber keinesfalls die allgemeine Finanzamts-Steuernummer! Denn - wie von uns befürchtet - ist die Finanzverwaltung unfähig, einen ordnungsgemäßen Datenschutz zu gewährleisten. Und so könnte Ihre Finanzamts-Steuernummer als Einfallstor für Manipulationen zu Ihren Lasten missbraucht werden.


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