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18.12.2012

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Was muss in einer wirksamen Abmahnung stehen? Musterfomulierung

Anmerkung und Warnung:

Wie Sie an dem Beispiel unten sehen (Abmahnung wegen nicht korrekter Arbeitszeiterfassung), nimmt die Sachverhaltsschilderung großen Raum ein. Schildern Sie am besten den Soll-Zustand und stellen diesem den beanstandeten Ist-Zustand gegenüber. In welcher Reihenfolge dies geschieht, ist sekundär.

Stellen Sie dann noch einmal die Verpflichtung, deren Nichteinhaltung Sie abmahnen,
so deutlich dar („Sie sind gem. § … des zwischen uns bestehenden Arbeitsvertrages verpflichtet, die vertraglich vereinbarte Zeiterfassung vollständig und zutreffend durchzuführen. Sie sind gem. Ihrer Stellenbeschreibung/gem. Dienstanweisung vom …./ gem. meiner Anweisung vom …. verpflichtet, ………. zu tun.“), dass ein fremder Dritter (im Streitfall der Richter) nachvollziehen kann, was Sie dem Mitarbeiter vorwerfen.

Schildern Sie ggf. die nachteiligen Auswirkungen der Pflichtverletzung auf Betrieb und Unternehmen, und fordern Sie den Mitarbeiter auf, eine konkrete und nachprüfbare Handlung vorzunehmen.

Im zweiten, fettgedruckten Teil, folgt der Text, mit dem der Warnfunktion der Abmahnung genügt wird. Ohne Hinweis auf den drohenden Verlust des Arbeitsplatzes im Wiederholungsfall, wäre es keine Abmahnung sondern nur eine Ermahnung.

Beachten Sie, dass es vor allem auf eine genaue und detaillierte Sachverhaltsschilderung ankommt, die einem Muster nicht zugänglich ist. Versuchen Sie, Ihren Text vor Aushändigung mit den Augen eines Dritten zu lesen, der den Hintergrund überhaupt nicht kennt. So stellen Sie fest, ob Sie alle wichtigen Informationen angegeben haben.

Beachten Sie auch, dass jeder Verstoß gesondert abgemahnt wird.
Nehmen Sie im folgenden Beispiel einen weiteren Fall auf, in dem Sie dem Mitarbeiter unzutreffendes Stempeln vorwerfen, im Nachhinein erweist sich dieser Vorwurf aber als unhaltbar, wäre die Abmahnung insgesamt unwirksam, obwohl immer noch ein Vorwurf berechtigterweise erhoben wurde. Vermeiden Sie daher sogenannte Sammelabmahnungen.

Und: Eine Abmahnung verliert nach längstens zwei Jahren ihre Wirkung und muss aus der Personalakte entfernt werden!

 

Entwurf einer Abmahnung wegen nicht korrekter Arbeitszeiterfassung


Sehr geehrte(r) Frau/Herr …,

gemäß dem zwischen uns bestehenden Arbeitsvertrag sind Sie verpflichtet, Ihre Arbeitszeit in dem bei uns installierten Zeiterfassungssystem durch Ein- und Ausstempeln zu erfassen und insbesondere jeweils vor Antritt von Pausen oder bei Beendigung der Arbeitszeit auszustempeln.

Wir haben festgestellt, dass Sie am …(Datum) in der Zeit zwischen … und … Uhr in die Pause gegangen sind, ohne diese Pause auszustempeln.

Ihr Verhalten stellt eine gravierende Verletzung Ihrer arbeitsvertraglichen Pflichten dar und könnte sogar einen Arbeitszeitbetrug darstellen. Sie sind selbstverständlich verpflichtet, die vertraglich vereinbarte Zeiterfassung vollständig und zutreffend durchzuführen. Wir sind nicht gewillt, Verstöße dagegen weiter hinzunehmen.

Sollten Sie Ihr Verhalten nicht unverzüglich ändern und künftig wahrheitsgemäß Pausen ausstempeln, müssen Sie mit ernsten Konsequenzen bis hin zur Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses rechnen.


Freundliche Grüße

…………………….



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