06.07.2021

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Terminsache 30. Juni: neues Umsatzsteuer-Verfahren OSS

Bei Geschäften zwischen Unternehmen gilt bei der Umsatzsteuer unverändert das Bestimmungslandprinzip: also Steuerfreistellung im Ursprungsland und Belastung im Bestimmungsland. Daran ändert sich auch nichts.

Beispiel: Das Unternehmen in Deutschland liefert für 100.000 Euro eine Maschine an ein Unternehmen in Österreich: umsatzsteuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung in Deutschland, umsatzsteuerpflichtiger innergemeinschaftlicher Erwerb in Österreich mit Vorsteuerabzug für das österreichische Unternehmen.

Bei Privatverkäufen an Privatleute galt bisher: Es gab länderbezogene Lieferschwellen, die für jedes Land unterschiedlich waren. Wenn man diese überschritten hatte, musste man sich in dem jeweiligen anderen Land registrieren.   

Neu ab Juli 2021:
Nun gilt eine einheitliche Umsatzschwelle von 10.000 Euro netto pro Kalenderjahr. Wenn Sie die überschreiten, können Sie sich (freiwillig) beim Bundeszentralamt für Steuern registrieren. Das ist das „OSS-Verfahren“ (One-Stop-Shop). Sie können dann Ihre steuerlichen Pflichten in dem jeweils anderen EU-Land über das Bundeszentralamt erfüllen.

Beispiel: Ein Versandhändler in Deutschland verkauft Waren an Privatkunden in Frankreich für 20.000 Euro netto. Er kann sich in diesem OSS-Verfahren registrieren, dann kann er seine steuerlichen Verpflichtungen in Frankreich über das deutsche Bundeszentralamt für Steuern erfüllen.

Warum freiwillig? Sie können sich auch weiterhin in dem jeweiligen anderen EU-Land registrieren. Uns ist aber kein Grund ersichtlich, aus dem man dieses komplizierte Verfahren statt des neuen OSS-Verfahren wählen sollte.

Lektüre-Tipp: Die DATEV, führender Softwareanbieter für Steuerberater, hat ein kostenloses zwölfseitiges Dokument im Internet bereitgestellt. Dieser Link führt zu dem DATEV-Dokument.


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