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12.09.2006

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Fahrtkostenzuschüsse 2007: Handeln Sie rasch

Ab Januar können Arbeitnehmer keine Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit dem Pkw mehr absetzen. Eine Ausnahme gilt nur noch für Mitarbeiter, die weiter als 20 km von der Arbeitsstätte entfernt wohnen.

Das hat Folgen für die Fahrtkostenzuschüsse: Bisher können Sie pauschalierte Netto-Fahrtkostenzuschüsse auszahlen. Pro Tag und Kilometer sind das 30 Cent, die der Mitarbeiter netto erhalten kann. Bei einem 15 Kilometer entfernt wohnenden Mitarbeiter immerhin knapp 100 Euro monatlich netto. Momentan fallen weder Lohnsteuer noch Sozialversicherung an, wenn der Arbeitgeber 15 Prozent Pauschalsteuer abführt. Eine günstige Möglichkeit, die viele Arbeitgeber genutzt haben. Doch ab 2007 geht das nicht mehr.

Das Problem können arbeitsvertragliche Formulierungen sein: Die Formulierung, dass ein Mitarbeiter einen „Netto-Fahrtkostenzuschuss“ bekommt, kann nächstes Jahr zum Bumerang werden. Denn wenn sich der Mitarbeiter auf die Hinterfüße stellt, müssen Sie ihm den Zuschuss weiterhin netto auszahlen. Und das kann bei Wegfall der Pauschalierung extrem teuer werden. Aus 115 Euro Arbeitgeberkosten für 100 Euro Netto-Zuschuss können dann leicht 300 Euro werden.

Gehen Sie das Problem offensiv an: Führen Sie Einzelgespräche mit allen Mitarbeitern, die einen vertraglichen Anspruch auf einen Netto-Fahrtkostenzuschuss haben. Bieten Sie an, den Fahrtkostenzuschuss ab 2007 in eine Gehaltserhöhung zu verwandeln. Halten Sie gleich ein Schriftstück parat, auf dem der Mitarbeiter unterschreiben kann. Muster: „Ab Januar 2007 fällt wegen einer Gesetzesänderung der Fahrtkostenzuschuss in Höhe von 100 Euro weg. Der Mitarbeiter erhält eine Gehaltserhöhung von 100 Euro brutto.“

Ohne explizite arbeitsrechtliche Regelungen gilt: Sie können den Fahrtkostenzuschuss natürlich nicht komplett streichen, aber problemlos in einen Brutto-Zuschuss umwandeln. Dass dann für den Mitarbeiter netto viel weniger herauskommt, ist nicht Ihr Problem. Weisen Sie darauf hin, dass der Gesetzgeber schuld an dieser `nderung ist.

Fazit: Ab 2007 fällt die Möglichkeit weg, Fahrtkostenzuschüsse zu pauschalieren. Gehen Sie das Problem aktiv an, um unnötige Unruhe bei der Januar-Gehaltsabrechnung zu vermeiden. Besprechen Sie am Besten mit Ihrem Steuerberater, was zu tun ist und ziehen Sie bei hartnäckigen Fällen einen Arbeitsrechtler hinzu. Darüber, was mit Mitarbeitern ist, die mehr als 20 Kilometer vom Unternehmen entfernt wohnen, informieren wir Sie in einer der nächsten Ausgaben.


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