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12.09.2006

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Mit Verträgen innerhalb der Familie Steuern sparen

Wenn alle in einer Familie am selben Strang ziehen, kann man hervorragend Steuern sparen. Im Folgenden ein paar Praxis-Beispiele als Impuls für Ihr nächstes Steuerberater-Gespräch:

Arbeitsvertrag: Den Ehepartner stellt man am besten mit Minijob an, weil der Firmen-Chef dann alle Kosten absetzen kann, das Gehalt aber bei der gemeinsamen Steuererklärung nicht angegeben werden muss. Bei größeren Kindern ist eher ein „normales" Gehalt (über 400 Euro) interessant. Denn der Senior-Arbeitgeber kann dann noch mehr Steuern sparen, das Kind selbst muss aber kaum Steuern zahlen. Bei volljährigen Kindern müssen Sie aufpassen, dass das Kindergeld nicht wegfällt. (Brutto-Einkommen des Kindes minus Sozialabgaben minus Werbungskosten maximal 7.680 Euro p. a.)

Darlehensverträge: Hier bietet es sich meistens an, dass die ältere Generation der mittleren Geld leiht. Denn diese zahlt meistens mehr Steuern und kann die Zinsen voll absetzen. Die `lteren müssen die Zinsen zwar versteuern, zahlen aber meistens nicht mehr so viel Steuern. Eheleute brauchen Kapitaleinkünfte bis 1.500 Euro (Stand 2007) überhaupt nicht zu versteuern. Wichtig: Je größer der Kredit-Betrag, desto wichtiger ist das Stellen von Sicherheiten, damit das Finanzamt den Vertrag als „fremdüblich“ anerkennt.

Mietverträge: Der Reiz liegt hier darin, dass man bei der Miete 1/4 unter dem ortsüblichen Niveau bleiben und trotzdem Abschreibungen und Zinsen voll geltend machen kann. Als Vermieter tritt meistens die mittlere Generation auf, die Steuern sparen will, während die optimalen „Familienmieter“ entweder die Großeltern oder größere Kinder sind.

Beachten Sie bei allen Verträgen folgende Grundregeln, um `rger mit dem Finanzamt zu vermeiden:

Grundregel 1: Legen Sie alle wesentlichen Eckpunkte schriftlich fest. Bei Arbeitsverträgen Arbeitszeit, Gehalt und Urlaub. Bei Mietverträgen: Miete und Nebenkosten. Bei Darlehensverträgen: Zins, Tilgung, Laufzeit und Sicherheiten.

Grundregel 2: Leben Sie Ihre Verträge. Das heißt: Bei einem Arbeitsvertrag muss wirklich gearbeitet werden, bei einem Mietvertrag die Wohnung zur alleinigen Verfügung des Mieters stehen und Kreditverträge müssen pünktlich bedient und zurückgezahlt werden. Miete und Gehalt müssen so fließen, wie es auf dem Papier steht. Wer sich nicht an das hält, was auf dem Papier steht, hat schlechte Karten.

Grundregel 3: Übertreiben Sie es nicht. Wer sich vom Vater Geld schenken lässt, diesem anschließend das Geld für einen Hausbau leiht, um das solchermaßen „kreditfinanzierte“ Haus mit 40 Prozent Mietnachlass selbst zu mieten, braucht sich über den Besuch des Steuerprüfers nicht zu wundern.


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