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28.09.2006

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Auch für überwiegend privat genutzte Autos volle Vorsteuer

Durch eine seit Jahresbeginn geltende Gesetzesänderung gehören nur noch überwiegend betrieblich genutzte Autos ins Betriebsvermögen. Die Grenze liegt bei 51 Prozent. Ein Auto, das weniger betrieblich genutzt wird, ist jetzt automatisch Privatvermögen.

Woran viele nicht denken: Diese Regelung gilt nur für die Bilanz. Bei der Umsatzsteuer hat sich aber nichts geändert: Hier gilt nach wie vor die 10-Prozent-Grenze (§ 15 Abs. 1 Satz 2 UStG). Wenn Sie Ihr Auto also zu mindestens 10 Prozent unternehmerisch nutzen, können Sie dafür den vollen Vorsteuerabzug geltend machen. Freilich müssen Sie dann auch jeden Monat Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch abführen.

Beispiel: Unternehmer U kauft ein Auto für 40.000 Euro plus 6.400 Euro MwSt. Jährliche Kosten: 10.000 Euro, davon 20 Prozent ohne Vorsteuerabzug. Er nutzt den Wagen zu ungefähr 70 Prozent privat und zu 30 Prozent für die Firma. Die Ein-Prozent-Regelung kann er nicht mehr nutzen. Trotzdem darf er laut einer aktuellen Verwaltungsanweisung alle Kosten des Autos als Betriebsausgabe geltend machen. 70 Prozent muss er allerdings wieder als Entnahme zum Gewinn hinzurechnen. (BMF 07.07.06, DStR 06, 1280)

So sieht es jetzt bei der Mehrwertsteuer aus: Auch wenn U das Auto nur zu 30 Prozent betrieblich nutzt, kann er sich die 6.400 Euro Vorsteuer in voller Höhe vom Finanzamt zurückholen. Dafür muss er pro Jahr 896 Euro (ab 2007: 1.064 Euro) Mehrwertsteuer auf den Eigenverbrauch zahlen. (Bemessungsgrundlage: 70 Prozent der Kosten mit Vorsteuer, also 70 Prozent von 80 Prozent von 10.000 Euro)

Fazit: Nach wie vor bekommen Sie auch bei ganz überwiegender Privatnutzung immer noch den vollen Vorsteuerabzug. Erst bei einer 91-prozentigen Privatnutzung ist hier Schluss.


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