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13.10.2006

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Schätzung der Sozialabgaben zum Glück wieder vom Tisch

Zu Jahresbeginn 2006 wurde die Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge um circa 20 Tage vorverlegt - vom 15. des Folgemonats auf den 27. des laufenden Monats. Zur Abfederung dieser Liquiditätsbelastung haben Ihnen die Sozialversicherungsträger gnädigerweise eine Stundungsregelung bis Ende Juli gewährt. Mittlerweile haben fast alle Unternehmer mit mehr oder weniger großen Problemen auch diese Beitragsschuld abbezahlt und haben nun immer vom 27. bis zum 15. des folgenden Monats eine Liquiditätslücke in Höhe der Sozialversicherungsbeiträge auf ihrem Konto. Das können bei einem Betrieb mit 30 Mitarbeitern gut und gerne 20.000 bis 30.000 Euro sein.

An dieser Regelung wird sich auch nichts ändern: Denn die Sozialkassen werden auf das Geld, das ihnen durch diese einmalige Maßnahme in die Kassen gespielt wurde, bestimmt nie mehr verzichten.

Vom Tisch ist jetzt aber wenigstens die Schätzung der Beitragsschuld: Dieser bürokratische Schwachsinn hat vor allem Unternehmen mit schwankender Beschäftigtenzahl oder variablen Gehaltsbestandteilen ziemlich verärgert. Denn wenn der Arbeitslohn nicht rechtzeitig zum drittletzten Bankarbeitstag feststand, musste man akribisch genau schätzen. Einfach erstmal den Betrag des Vormonats zu nehmen, und im Folgemonat nachzurechnen - das wollten die Sozialversicherungsträger nicht akzeptieren.

Nun zwingt Sie der Gesetzgeber dazu: Nicht mal ein Jahr nach Einführung der Schätzungsvorschrift hat er diese Schikane wieder abgeschafft. Und zwar im „Ersten Gesetz zum Abbau bürokratische Hemmnisse insbesondere in der mittelständischen Wirtschaft“. Das heißt konkret: Wenn bei ihnen die Sozialabgaben von Monat zu Monat schwanken, dann können Sie jetzt einfach provisorisch den Beitrag vom Vormonat melden und überweisen. Das Plus oder Minus zum tatsächlichen Beitrag holen Sie sich im nächsten Monat wieder zurück, beziehungsweise zahlen es nach. Wertvolle Zeit verplempern oder dem Steuerberater Extra-Honorare für die Schätzung zahlen - wenigstens das müssen Sie jetzt nicht mehr.

Erfreulich: Diese Regelung gilt nicht erst - wie von manchen Bürokraten gehofft - ab Jahresbeginn 2007, sondern rückwirkend ab August 2006, also ab sofort. (§ 23 Abs. 1 Satz 3 SGB IV - BGBl 2006 I, S. 1970)


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