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01.01.2007

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„Abbuchungsauftrag“ besser als „Einzugsermächtigung“

Viele verwenden die Begriffe „Abbuchung“, „Lastschrift“ und „Einzugsermächtigung“ als gleichwertig, obwohl hier große Unterschiede bestehen. Bei einer normalen Einzugsermächtigung besteht nämlich ein vielfaches Risiko, dass die bereits erfolgte Gutschrift auf Ihrem Konto storniert wird.

Einzugsermächtigung (sehr häufig genutzt): Hier ermächtigt der Kunde den Lieferanten, das Geld von seinem Bankkonto abzubuchen. Die Bank erfährt von dieser Ermächtigung nichts und kann die Abbuchung deshalb auch nicht prüfen. Als Ausgleich für dieses zusätzliche Risiko hat der Bankkunde das Recht, die Abbuchung bis zu sechs Wochen lang stornieren zu lassen. Häufiges Missverständnis: Die Sechs-Wochen Frist beginnt nicht mit der Abbuchung, sondern mit dem „Rechnungsabschluss“ (Bank-AGB Ziffer 7.3). Das ist ein förmliches Dokument, das jede Bank ihren Kunden regelmäßig zuleiten muss. Der Abschluss kann monatlich oder quartalsweise erfolgen.

Abbuchungsauftrag (selten genutzt): Dieser wird nicht dem Lieferanten, sondern der Bank erteilt. Der Kunde erteilt seiner Bank also den Auftrag, Abbuchungen durch den Lieferanten einzulösen. Dann prüft die Bank die Berechtigung der Abbuchung. Großer Vorteil für den Lieferanten: Eine einmal durchgeführte Abbuchung mit Abbuchungsauftrag kann nicht mehr widerrufen werden.

Wichtig ist die Verwendung des richtigen EDV-Schlüssels: In einem Urteilsfall hatte ein Lieferant die Ermächtigung, im Abbuchungsverfahren abzubuchen (Schlüssel 04 000). Er hatte jedoch seine Aufträge an die Bank irrtümlich mit dem EDV-Schlüssel für normale Einzugsermächtigung (Schlüssel 05 000) übermittelt. Später wurde sein Kunde insolvent und der Insolvenzverwalter konnte die Lastschriftabbuchungen der letzten drei Monate stornieren. Das hätte er bei Abbuchungen mit Abbuchungsauftrag nicht gekonnt. (Kammergericht Berlin, 23.11.04)

Fazit: Drängen Sie größere Kunden dazu, dass diese deren Bank einen Abbuchungsauftrag zu Ihren Gunsten erteilen. Nur so können Sie sicher-gehen, dass einmal gutgeschriebene Beträge auf Ihrem Konto nicht einfach so monatelang wieder zurückgeholt werden können.


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