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18.05.2007

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Wie Sie sehr viel Erbschaftsteuer sparen können


 Viele Unternehmer vereinbaren bei der Eheschließung Gütertrennung, um im Scheidungsfalle nicht ruiniert zu werden. Hat die Ehe aber auf Dauer Bestand, ist die Gütertrennung erbschaftsteuerlich von Nachteil. Denn während bei Zugewinngemeinschaft im Todesfall der Zugewinnausgleichsanspruch erbschaftsteuerfrei ist, wird dieser Freibetrag bei Gütertrennung verschenkt. Das kann gerade bei erfolgreichen Unternehmen, wo der Zugewinn in die Millionen gehen kann, 6- oder 7-stellige Erbschaftsteuern kosten.

Neu: Es ist es nun möglich, rückwirkend die Zugewinngemeinschaft ab Eheschließung zu vereinbaren. Und das wird nun sogar erbschaftsteuerlich anerkannt. Allerdings nur, wenn der überlebende Ehegatte die Erbschaft ausschlägt und stattdessen den Zugewinn geltend macht. Das kann sich gerade bei sehr hohen Zugewinnansprüchen lohnen.

Einfaches Beispiel: Die Ehegatten starten in die Ehe mit jeweils Vermögen „Null“. Als der Mann stirbt, hat er ein Vermögen von 5 Millionen, die Ehefrau immer noch Null. Nach der gesetzlichen Erbfolge erbt die Ehefrau neben den Kindern ¼ plus ¼ pauschalen Zugewinnausgleich (= insgesamt 2,5 Mio.). Diese Lösung wird „erbrechtliche Lösung“ genannt. Bei dieser erkennt das Finanzamt die rückwirkende Vereinbarung der Zugewinngemeinschaft nicht an.

Aber: Schlägt die Ehefrau die Erbschaft aus und beansprucht den Zugewinnausgleich, erhält sie ebenfalls das halbe Vermögen (2,5 Mio.). Und das komplett erbschaftsteuerfrei. Hier wird die rückwirkende Vereinbarung der Zugewinngemeinschaft nun anerkannt und die Frau zahlt keinen Cent Erbschaftsteuer, obwohl sie zweieinhalb Millionen erhält. Erfreulich: Die Finanzverwaltung wendet das Urteil an. (FG Düsseldorf 14.06.06, EFG 2006, 1447, FinMin Baden-Württemberg 07.12.06, DB 2006, 2784)

Fazit: Wohlhabende harmonische Unternehmer-Ehepaare mit Gütertrennung, die eine Scheidung nicht mehr für wahrscheinlich halten, sollten jetzt zum Notar gehen und rückwirkend Zugewinngemeinschaft vereinbaren.


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