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20.06.2007

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2006er-Bilanz: Praxistipps zum elektronischen Einreichen

Über die Neuregelung der Publizität seit diesem Jahr haben wir bereits mehrfach berichtet. Der Bilanzoffenlegung wird auf Dauer keine GmbH & Co KG mehr entkommen. Nun ergeben sich natürlich viele Praxisfragen: Wo muss ich die Bilanz hinschicken? In welcher Form? Und was kostet das?

Welche Bilanz ist erstmals betroffen: Die Neuregelung betrifft die 2006er-Bilanz oder bei abweichendem Geschäftsjahr die Bilanz 2006/2007. Der Jahresabschluss 2005 (bzw.. 2005/2006) ist noch ans Handelsregister zu schicken. Hier können Sie in Ruhe abwarten, ob üpberhaupt jemand einen Antrag auf Offenlegung stellt.

Bis wann müssen Sie die Bilanz einreichen? Spätestens an Silvester 2007 muss Ihre Bilanz beim elektronischen Bundesanzeiger vorliegen. Im Gesetz steht zwar, dass die Bilanz bei schon früher erfolgter Genehmigung auch schon früher eingereicht werden soll. Aber: Erstens gibt es hierfür keine Strafen (nur bei Überschreiten der 12-Monats-Frist) und außerdem wird das Bundesamt für Justiz organisatorisch außer Stande sein, diejenigen anzumahnen, die eine Bilanz trotz bereits erfolgter Genehmigung der Gesell-schafter nicht unverzüglich einschicken.

Wohin müssen Sie die Bilanz schicken? Die Bilanz muss an den „Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers“ geschickt werden. Wollen Sie per Papier einreichen, ist das diese Adresse: Bundesanzeiger Verlags-ges. mbH, Amsterdamer Straße 192, 50735 Köln. Geben Sie als Betreff Ihre HRB-Nummer an. Wenn Sie per Internet einreichen wollen, lautet die Internetadresse: www.publikations-serviceplattform.de

Was kostet die Veröffentlichung? Das richtet sich in erster Linie nach der Größe Ihrer GmbH & Co KG und nach dem gewählten Datenformat. Falls Sie per Internet im XML-Format anliefern, zahlen kleine GmbH & Co KGs pauschal 50 Euro und mittelgroße pauschal 70 Euro. Liefern Sie nicht per XML, sondern auf Papier, Word oder Excel an, zahlen Sie einen Basispreis von 20 Euro. Zusätzlich werden dann pro Zeichen zwischen 1,5 und 2,5 Cent fällig. Beispiel: Eine kleine GmbH & Co KG reicht auf Papier ein: Bilanz mit 1.000 Zeichen, Anhang mit 2.000 Zeichen: Das macht 3.000 Zeichen x 2,5 Cent = 75 Euro plus Pauschale 20 Euro = 95 Euro.

Service: Auf der Internet-Seite des Bundesanzeigers (s. o.) finden Sie viele weitere Tipps und Anleitungen. Klicken Sie bei o. g. Adresse auf „Service“.

Sicherheitsrisiko: Für das Einreichen von Bilanzen ist zwar eine Registrierung erforderlich. Eine Identitätsprüfung wird aber nicht durchgeführt.

Risiko-Szenario: Jemand will Ihnen schaden und reicht per Internet unter Ihrem Namen eine schlechte Bilanz ein. Das wird Ihnen erst dann auffallen, wenn Sie darauf angesprochen werden, bereits die ersten Lieferanten verloren haben oder Ihre richtige Bilanz einreichen. Das könnte übrigens eine Motivation für Sie sein, mit der Bilanzeinreichung Gas zu geben, denn wenn die zweite Bilanz für dieselbe Firma ankommt, müsste der elektronische Bundesanzeiger eigentlich stutzig werden …


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