Newsletter

Zum PDF Archiv

10.07.2007

Als PDF herunter laden

Steuern privat: Worauf das Finanzamt jetzt achtet

Top-Verdiener zahlen zu wenig Steuern. Das meint zumindest der Bundesrechnungshof. Und so werden seit einiger Zeit alle Steuerzahler mit mehr als 500.000 Euro Einkommen besonders intensiv geprüft.

Erste Stufe: Plausibilitätsprüfung im Finanzamt. Wenn jemand besonders viel Geld verdient, meint das Finanzamt, dass auch das Kapitalvermögen kontinuierlich ansteigen müsse. Ist dem nicht so, wird der Finanzbeamte hellhörig. Oder umgekehrt: Wenn jahrelang keine Zinsen angegeben wurden, und dann ein aufwändiges Einfamilienhaus gekauft wird. Häufen sich solche Auffälligkeiten, wird gerne eine private Betriebsprüfung angeordnet. Das sind Beispiele für häufige Kontrollfelder:

Erbschaften: Waren in den letzten Jahren Todesfälle in der engeren Verwandtschaft, prüft das Finanzamt, ob Sie geerbt und das brav versteuert haben. Noch interessanter: War womöglich Schwarzgeld mit dabei? Denn der Schwarzgeld-Erbe ist verpflichtet für den Erblasser berichtigte Steuererklärungen abzugeben …

Immobiliensanierung: Haben Sie privaten vermieteten Immobilienbesitz umfangreich renoviert, wollen Sie die Kosten natürlich gerne sofort absetzen. Ob das wirklich geht, prüft das Finanzamt vor allem in den ersten drei Jahren nach dem Kauf. Danach nimmt es unter die Lupe, ob Sie die Immobilie „wesentlich verbessert“ haben. Denn dann können Sie die Kosten nicht sofort, sondern nur verteilt über 50 Jahre absetzen.

Geldverschiebungen zwischen Ehegatten: Führen „reiche Leute“ eine gute Ehe, achten sie oft nicht so darauf, auf wen das Konto oder Wertpapierdepot lautet. Kommt es hier zu versehentlichen Vermögens-Verschiebungen, möchte das Finanzamt Schenkungsteuer kassieren. Tipp: Vereinbaren Sie in so einem Fall nachträglich Gütertrennung. Dann hat der „ärmere“ Ehepartner Anspruch auf Zugewinnausgleich und die Schenkungsteuer entfällt rückwirkend.

Fazit: Bekommen Sie eine Prüfungsanordnung, kontaktieren Sie umgehend Ihren Steuerberater. Beantragen Sie zunächst, die Prüfung in die Kanzlei zu  verlegen. Gehen Sie dann gemeinsam alle möglichen Problempunkte durch, um gut vorbereitet zu sein.


zurück