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10.07.2007

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Niedrigsteuer ab 2008 hält oft nicht, was sie verspricht

Nächstes Jahr soll der GmbH-Steuersatz von 25 auf 15 Prozent sinken. Um Einzelunternehmer und Personengesellschaften von einer Flucht in die GmbH abzuhalten, will man diese mit einem pauschalen Niedrigsteuersatz von 28,25 Prozent ködern.

Diesen Steuersatz können Sie ab 2008 auf Antrag auf einen Teil Ihres Gewinns oder sogar den kompletten Gewinn anwenden. Es handelt sich also um ein Wahlrecht, das man nutzen kann oder nicht. Allerdings ist es oft besser, auf diese Möglichkeit zu verzichten.

Erstes Problem: Diese Niedrig-Steuer gilt nur für thesaurierte, nicht für entnommene Gewinne. Sobald Sie Gewinne entnehmen, müssen Sie die Entnahme mit 25 Prozent nachversteuern. Damit fahren Sie dann im Endergebnis schlechter, als wenn Sie gleich 42 Prozent Spitzensteuersatz
zahlen.

Weitere Falle: Alleine schon die Bezahlung der Niedrigsteuer gilt als Entnahme. Sie müssen also auf die entnommenen Steuern wiederum 25 Prozent  Entnahme-Steuer zahlen.

Das gilt ab 2008 auch für die Gewerbesteuer: Die Gewerbesteuer ist ab 2008 keine Betriebsausgabe mehr, sondern Privat-Steuer. Also löst auch die Entnahme der Gewerbesteuer wieder 25 Prozent Extra-Steuer aus.

Fazit: Die für 2008 geplante Niedrigsteuer mit 28,25 Prozent ist in erster Linie etwas für „reiche“ Unternehmer. Denn diese sind oft so vermögend, dass sie ihren gesamten Privatbedarf inklusive Steuerzahlungen aus anderen Einkommensquellen decken können. Diese können die Firmengewinnetatsächlich völlig unangetastet in der Firma belassen.

„Normale“ Unternehmer, die auf Entnahmen angewiesen sind, lassen von der „Niedrigsteuer“ lieber die Finger.


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